# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S55 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1902. 55 geht Maria Magdalena hin und verkündigt den Jüngern: „Ich habe den HErrn geſehen, und ſolches hat er zu mir geſagt.“ Sie war alſo die erſte Perſon, die den Auferſtandenen mit eigenen Augen geſchaut und erkannt hat, Marc. 16, 9. g. Aber gleich darauf hat ſich JEſus auch den andern Frauen, die be⸗ reits den Heimweg angetreten hatten, geoffenbart. Er tritt ihnen entgegen und ſpricht: „Seid gegrüßt!“ Und ſie griffen an ſeine Füße und fielen vor ihm nieder. Von ihnen läßt ſich JEſus betaſten, denn bei ihnen diente dies dazu, daß ſie ſich erſt überzeugten, daß er lebe und daß ſie keinen Geiſt vor ſich ſähen. Die Freude ihres Herzens war vermiſcht mit Furcht und Schrecken, darum muß der HErr zu ihnen ſagen: „Fürchtet euch nicht! Gehet hin und verkündiget es meinen Brüdern, daß ſie gehen in Galiläam, daſelbſt werden ſie mich ſehen.“ Das iſt alſo die zweite Offenbarung und Erſchei⸗ nung des auferſtandenen Heilandes. Der Evangeliſt Lucas faßt den Gang der Frauen — der Maria Mag⸗ dalena und der andern — zum Grabe zuſammen und erzählt, ohne immer ſonderlich hervorzuheben, was Maria Magdalena und was die andern Frauen geſehen haben, und was ihnen geſagt wurde. Daher kommt es auch, daß er zuſammenfaſſend gleich der zwei Männer in glänzenden Klei⸗ dern gedenkt, welche Magdalena geſehen hat, und daß er die Weiſung des einen Engels, den die andern Frauen ſahen, mit den Worten, die die beiden Engel der Maria inſonderheit ſagten, in Eine Rede zuſammenfügt. Auch bei Lucas leſen wir, daß die Frauen den Jüngern Meldung gethan haben, und ſo verſtehen wir alſo, wie das gemeint iſt, wenn Marcus ſagt: „Sie ſagten niemand nichts, denn ſie fürchteten ſich.“ Es will beſagen, daß ſie unterwegs vom Grabe zu den Jüngern auf ihrem eiligen Gange zu keinem Fremden, zu niemand, von dem ſie nicht gewiß wußten, daß er zur Jünger⸗ ſchaft gehöre, auch nur eine Silbe geſagt haben; aber den Elfen ſagten ſie es, und den andern, ſo vieler ſie ihrer habhaft werden konnten. Aber ein⸗ hellig leſen wir in den Evangelien bezeugt, daß denen, die ſie reden hörten, ihre Worte vorkamen, als wären es Märlein, und glaubten ihnen nicht. Sie hätten's gern geglaubt, aber ſie wagten nicht, es zu glauben; die Freude war gleichſam zu groß, ſo daß ihre vom Kummer des Charfreitags und von Furcht vor den Juden geplagte Seele ſich noch nicht getraute, die Freude auch bei ſich einzulaſſen. h. Die dritte Erſcheinung des Auferſtandenen erlebten die zwei Jünger, die nach Emmaus wanderten, Cleophas und der andere, mag es nun Lucas ſelbſt oder wer immer ſonſt geweſen ſein. Sie baten den HErrn, der ihnen unterwegs die Schrift alſo geöffnet hatte, daß die Herzen in ihnen entbrannten, daß er bei ihnen bleibe, weil es Abend geworden war und der Tag ſich geneigt hatte; ſie erkannten ihn dann an dem, da er das Brod brach, ſei es, daß JEſus eine beſondere, ihnen bekannte Weiſe hatte, das Brod zu brechen, ſei es, daß ſie bei Gelegenheit des Brodbrechens die