# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S53 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1902. 53 welcher Lazarus auferweckt hatte, auch von den Todten auferſtanden ſei? Zwar hören wir in den Evangelien nichts von einer äußeren Bewegung, welche dieſe Erſcheinungen zur Folge gehabt hätten, und den Jüngern JEſu ſcheinen ſolche Erſcheinungen nicht widerfahren zu ſein; aber iſt es nicht auffällig, daß ſchon am folgenden Pfingſttage 3000 Seelen ſich zu Chriſto bekehrten, und daß nie, gar nie der Hoherath es wagte, die Jünger JEſu wegen dieſes angeblichen Leichendiebſtahls anzuklagen oder ihnen die That auch nur öffentlich vorzuwerfen, obſchon ſie ihn durch die erkauften Zeugen doch hätten wahrſcheinlich zu machen hoffen können? Ja, man möchte ge⸗ radezu ſagen, daß das Geſpräch von einem ſolchen Diebſtahl auf den Tag der Auferſtehung Chriſti ſelbſt beſchränkt blieb. Mochte alſo der Glaube an JEſu mögliche Auferſtehung immerhin an dieſem Tage im Volke durch die Lüge des Hohenrathes aufgehalten werden, er kann doch ſchon an dieſem Tage begonnen haben, auch im Volke Wurzel zu faſſen. c. Die Jünger JEſu erhielten die erſte Kunde von dem, was geſchehen war, durch Frauenmund, nicht ſowohl freilich die Kunde, daß JEſus auf⸗ erſtanden war, als die, daß ſein Grab offen und leer ſei. Die erſte Kunde, die ſie erhielten, war jedenfalls nicht beſtimmter, ſondern eher minder be⸗ ſtimmt, als was die Oberſten des jüdiſchen Volkes von den Hütern zu hören bekamen. — Die Frauen, welche JEſu aus Galiläa nachgefolgt waren, nachher bei ſeinem Kreuze geſtanden und ſeiner Grablegung am Freitag vor ſechs Uhr Abends beigewohnt hatten, waren übereingekommen, nach dem Sabbath in aller Frühe an das Geſchäft des Einbalſamirens zu gehen. Von der an JEſu Grabe aufgeſtellten Wache und von der Verſiegelung des Steines haben ſie offenbar nichts gewußt; denn ihre Fragen unter einander auf dem Hinwege lauteten nicht etwa: Werden uns auch die Hüter das Siegel brechen laſſen? ſondern: „Wer wälzet uns den Stein von des Gra⸗ bes Thür?“ In aller Morgenfrühe waren ſie von Jeruſalem aufgebrochen; als noch tiefe Dämmerung, ja, noch Nacht war, kam die erſte unter ihnen, Maria Magdalena, ſchon an das Grab JEſu. Sie fand es offen und leer, dachte dabei aber nicht an JEſu Auferſtehung, ſondern glaubte nicht an⸗ ders, als daß der Leichnam weggenommen ſei, und eilte zurück in die Stadt, um Petrus und Johannes davon Mittheilung zu machen. d. Während ſie dahinging, war es licht geworden, und die Sonne war aufgegangen, und auch die andern Frauen, die ſich gleichfalls noch in der Dämmerung aufgemacht hatten, waren jetzt bei dem Grabe angekommen. Auch ſie — genannt werden Salome und Maria, die Mutter des Jacobus — fanden den Stein weggewälzt, nach innen umgelegt, und den Leichnam nicht vorhanden. Aber ſie ſahen, wie Matthäus und Marcus berichten, einen Engel in der Grabhöhle, der zu ihnen ſprach: „Fürchtet euch nicht, ich weiß, daß ihr JEſum, den Gekreuzigten, ſuchet; er iſt nicht hie, er iſt auferſtan⸗ den, wie er geſagt hat. Kommt her und ſehet die Stätte, da der HErr gelegen hat, und gehet eilend hin und ſaget es ſeinen Jüngern, daß er auferſtanden ſei