# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S52 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 52 Verhandlungen der neunzehnten Verſammlung und ſein Kleid weiß als der Schnee. Durch das, was ſie da ſpürten im Erbeben der Erde, und das, was ſie ſahen, den hellen himmliſchen Licht⸗ glanz, bis auf den Tod erſchrocken, hatten die Hüter, ſobald ſie ſich nur wieder vom Schrecken erholt hatten, das Grab offen geſehen, den Stein, der die Höhle verſchloß, nach innen gerückt und umgelegt, und das Grab leer (gerade wie es gleich nachher die Frauen fanden). Mit dieſer Bot⸗ ſchaft kamen nun ihrer etliche (alle werden es nicht geweſen ſein; man kann wohl auf den Gedanken kommen, daß einige die Beſtrafung von Pilatus fürchten mochten) in die Stadt und verkündigten zunächſt den Hohenprieſtern, in deren Intereſſe die Wache aufgeſtellt worden war, alles, was geſchehen war. Der Hoherath aber — wir können uns leicht denken, daß das Zu⸗ ſammenrufen einiger Mitglieder nicht viel Zeit erfordert haben wird, da das Erdbeben die Leute ſchon geweckt haben wird — der Hoherath alſo, der nun zweierlei wußte, erſtlich, JEſu Leib iſt fort und nicht mehr im Grabe, und zweitens, ſeine Jünger ſind's nicht, die ihn weggenommen haben, einigte ſich ſchnell dahin, den Kriegsknechten Geld, und zwar „Gelds genug“ zu geben, damit ſie ſagen ſollten, ſie hätten geſchlafen, anſtatt zu wachen, und mittlerweile hätten die Jünger JEſu Leib geſtohlen. Deſſen alſo ſoll⸗ ten die Jünger beſchuldigt werden, um dem etwa entſtehenden Gerüchte vorzubeugen, JEſus ſei von den Todten auferſtanden. Ohne Zweifel hat der Hoherath dafür Sorge getragen, daß dies Gerücht frühzeitig in der Stadt Verbreitung und wo möglich Glauben fand. So läßt ſich auch ganz leicht die Furcht erklären, in der wir die Jünger am Abend hinter ver⸗ ſchloſſenen Thüren finden. Dafür übernahmen es die Hohenprieſter, den Pilatus zufriedenzuſtellen, damit den Wächtern nichts widerführe wegen der Pflichtverſäumniß, die ſie vorgeben ſollten. Es konnte dem Pilatus ja gleichgültig ſein, ob der Leichnam dieſes Gekreuzigten an ſeinem Orte blieb oder nicht, wenn nur kein neuer Aufruhr im Volke entſtand; und die Ver⸗ abredung des Hohenrathes mit den Wächtern, JEſu Jünger ſeien es, die den Leib geſtohlen hätten, war ja darnach angethan, einer ſolchen möglichen Aufregung vorzubeugen. Die Kunde alſo davon, daß das Grab leer ſei, wird ſich im Laufe des Vormittags ſchon mitſammt der Fabel, die Jünger hätten den Leib geſtohlen, in Jeruſalem verbreitet haben. b. Aber noch etwas anderes geſchah in der Morgenfrühe, nachdem JEſus aus dem Grabe erſtanden war, etwas, das Matthäus bei Chriſti Kreuzigung und Tod erwähnt und im Anſchluß an das Erbeben der Erde, an das Zerreißen der Felſen und das Aufthun der Gräber, welches am Char⸗ freitag ſelbſt noch geſchah, vorweggenommen hatte. Es ſtanden nämlich nach der Auferſtehung Chriſti auf viele Leiber der Heiligen, die da ſchliefen, und kamen in die heilige Stadt und erſchienen vielen. Wem nun aber eine ſolche Erſcheinung widerfuhr, wird der nicht Bedenken gehabt haben zu glau⸗ ben, was die Hohenprieſter verbreiten ließen, JEſu Jünger hätten deſſen Leib geſtohlen? Wird der es nicht für möglich gehalten haben, daß der,