# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S48 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 48 Verhandlungen der neunzehnten Verſammlung dern — was für einen Chriſten entſetzlich zu hören iſt — ein Schwindler und Betrüger; dann iſt jeder Sonntag, den die neuteſtamentliche Kirche als den Tag des HErrn feiert, der von den Todten auferſtanden iſt, eine Lüge, denn er feiert eine Lüge; ja, dann iſt in der That, wie des Apoſtels Pre⸗ digt, ſo auch unſere Predigt vergebens, eitel, leer, gegenſtandslos. Was wäre dann aber auch der Apoſtel für ein Narr und Schwärmer geweſen, der für dieſen Glauben ſo viel erlitten und erduldet hat und im Anblick des nahen Todes ſeinem Timotheus nichts Beſſeres auszurufen wußte als: „Halt im Gedächtniß JEſum Chriſtum, der auferſtanden iſt von den Todten, aus dem Samen Davids, nach meinem Evangelio.“ Die Bedeutung der Auferſtehungsthatſache, der Auferſtehung JEſu Chriſti von den Todten, iſt ſo groß, daß geradezu geſagt werden muß, ſeit dem erſten Schöpfungstage, ſeit das Licht über dieſe Welt ſcheint, hat es keinen Tag wieder gegeben, der von größerer Bedeutung geweſen wäre, als der Tag, da Chriſtus vom Tode erſtand. Wenn ſich jemand hinſetzt, um auch nur auf einer Octavſeite die zwanzig wichtigſten Data der Weltgeſchichte zuſammenzuſtellen, dann darf unmöglich die Auferſtehung JEſu Chriſti von den Todten fehlen. Dieſer Tag iſt ſogar wichtiger als der Tag ſeiner Ge⸗ burt und der Tag ſeines Todes. Wie ſteht es nun aber mit der Anerkennung der Auferſtehung JEſu Chriſti als einer vollendeten Thatſache? Da iſt z. B. die allbekannte Beckerſche Weltgeſchichte. JEſu Leben den Evangeliſten nachzu⸗ erzählen, „die es in unnachahmlicher Einfachheit und Erhabenheit dar⸗ geſtellt haben“, deſſen glaubt ſie ſich „billig enthalten“ zu können, aber ſie erzählt uns, daß JEſus, des Aufruhrs und der Gottesläſterung angeklagt, unter Pontius Pilatus am Kreuze ſtarb. Dann heißt es weiter: „Nach dem Hingang Jeſu fühlten ſich die durch ihn zur Ausbreitung ſeines Reiches berufenen Apoſtel von dem ihnen verheißenen Geiſte wunderbar ergriffen“ (man beachte: Nicht: Sie wurden vom Heiligen Geiſte ergriffen, ſon⸗ dern: Sie fühlten ſich ergriffen!) „und predigten mit aller Kraftfülle und inniger Ueberzeugung das Evangelium, das iſt, die frohe Botſchaft von dem Heil, das durch den Gekreuzigten den Menſchen geworden.“ Von der Auferſtehung JEſu Chriſti kein Wort in dem Werk von zwanzig ſtarken Bänden! Der angeſtaunte, faſt vergötterte Meiſter und Heros in der Kunſt der Geſchichtſchreibung in der neueſten Zeit iſt Leopold v. Ranke. Was ſagt er uns in ſeiner Weltgeſchichte? Getraut er ſich, die Auferſtehung JEſu Chriſti von den Todten als eine Thatſache anzuführen? Nein! Im dritten Bande ſeiner Weltgeſchichte (3. Aufl., Leipzig, 1883) heißt es S. 166: „Niemand darf erwarten, daß wir die Lebens⸗ und Leidensgeſchichte Jeſu, wie ſie in den heiligen Schriften kindlich und populär, tiefſinnig und er⸗ haben überliefert wird, in die Weltgeſchichte einflechten.“ (Warum ſoll denn das niemand erwarten, wenn er doch ſo vieles andere, das weder tief⸗ ſinnig noch erhaben iſt, einflicht?) „Die Gebiete des religiöſen Glaubens