# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S44 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 44 Verhandlungen der neunzehnten Verſammlung mäſten würden. (Spencer, ‚De Legib. Hebr. Rit.‘ I, c. 5, p. 115.) Wenn alſo die Beſitzer dieſer Heerde Juden geweſen ſind, ſo würde die Strafe ihres unverantwortlichen Geizes um ſo billiger geweſen ſein. Allein auch Heiden konnten durch den Verluſt ſolcher Thiere, womit ſie die Reli⸗ gion der Juden verſchändeten, mit Recht gezüchtigt werden. So viel iſt gewiß, die Gergeſener offenbarten ihr irdiſchgeſinntes Herz ſehr deutlich. Es war ihnen mehr an ihren Schweinen gelegen als an der Gegenwart Chriſti, der doch durch die Austreibung der Teufel aus den Beſeſſenen, welche die ganze Gegend unſicher gemacht und in üblen Ruf gebracht hatten, ihnen eine ſehr große Wohlthat erwieſen hatte. Verdiente nicht dergleichen Undankbarkeit eine Ahndung? Und verfuhr nicht JEſus noch ſehr gelinde, indem er ſie nur durch den Verluſt desjenigen ſtrafte, woran ſie ihr Herz gehängt hatten? Wiewohl der Schaden, den ſie erlitten, auch nicht ſo gar unermeßlich groß kann geweſen ſein, indem doch die 2000 Schweine, die der ganzen Stadt gehörten, viele Beſitzer gehabt haben.“ Die Blinden vor Jericho. (Matth. 20, 29—34. Marc. 10, 46—52. Luc. 18, 35—43.) Matth. 20, 29—34. wird uns erzählt: „Da ſie von Jericho auszogen, folgte ihm viel Volks nach. Und ſiehe, zween Blinde ſaßen am Wege; und da ſie höreten, daß JEſus vorüberging, ſchrieen ſie und ſprachen: Ach⸗ HErr, du Sohn Davids, erbarm dich unſer. Aber das Volk bedräuete ſie, daß ſie ſchweigen ſollten. Aber ſie ſchrieen viel mehr und ſprachen: Ach HErr, du Sohn Davids, erbarm dich unſer. JEſus aber ſtund ſtille und rief ihnen und ſprach: Was wollt ihr, daß ich euch thun ſoll? Sie ſprachen: HErr, daß unſere Augen aufgethan werden. Und es jammerte JEſum, und rührete ihre Augen an, und alsbald wurden ihre Augen wieder ſehend und folgten ihm nach.“ Wie reimt ſich hiermit, daß Marcus ſagt: „Da er aus Jericho ging, er und ſeine Jünger und ein groß Volk, da ſaß ein Blinder, Bartimäus, Timäi Sohn, am Wege und bettelte“? Und wie reimt ſich damit, daß Lucas auch nur von Einem Blinden berichtet, der geheilt wurde, aber dabei ſchreibt, das ſei geſchehen, da JEſus nahe zu Jericho kam? Iſt da nicht ein Widerſpruch, einmal in der Zahl der Blinden, ſodann in der Angabe des Ortes, wo die Heilungen geſchehen ſind? Und iſt es nicht höchſt ver⸗ dächtig, wie die Kritiker zu reden pflegen, daß die Umſtände ſo ganz gleich geweſen ſein ſollen? Es reimt ſich alles ganz gut. Zwei Blindenheilungen haben ſtatt⸗ gefunden, aber nicht an Einem Tage; die eine, von der Lucas berichtet, ereignete ſich, als JEſus auf ſeiner letzten Reiſe nach Jeruſalem gen Jericho kam, die Heilung aber, von der Matthäus erzählt, fand ſpäter ſtatt, wohl am folgenden Tage, als JEſus Jericho wieder verließ, wo er inzwiſchen im Hauſe des Zachäus eingekehrt war und dieſem hatte Heil widerfahren laſſen.