# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S43 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1902. 43 Teufel ſind Lügengeiſter, deswegen darf man ihnen nicht glauben. Sie nennen ihn Gottes Sohn, verſuchungsweiſe, ob ſie ihn vielleicht durch eitlen Ruhm ſtolz machen könnten; als wollten ſie ſagen: ‚O JEſu, wie groß biſt du, denn auch wir Teufel weichen dir!‘ Denn der Teufel verſucht große Leute ſehr oft durch Eigenlob, um ſie durch Hochmuth zu ſtürzen, wenn er ihnen ſonſt nicht beikommen kann.“ (St. L. Ausg., VII, 43, vom Jahre 1538.) Der dritte Punkt, daß dies Wunder (die Vernichtung der Heerde Säue) als ein Strafwunder ſich nicht zum Heilandsberufe JEſu ſchicke, alſo der Aufgabe Chriſti, vielmehr zu erhalten als zu zerſtören, widerſpreche, erledigt ſich vollends ganz leicht. Denn erſtlich iſt es ja nicht Chriſtus, der die Säue durch ein Wunder ins galiläiſche Meer trieb, ſondern das hat ohne Wunder die Legion Teufel gethan, die zuvor in dem Beſeſſenen waren, allerdings unter Chriſti Zulaſſung. Sodann aber auf die Frage: Warum hat Chriſtus das den Teufeln zugelaſſen? Er hat ja doch ſonſt aus vielen andern die Teufel ausgetrieben, ohne daß er den ausgetriebenen Teufeln zuließ, ſolches Unheil anzurichten, antwortet Luther: „Chriſtus iſt ein HErr über alles und hat nichts, was ihm nicht gehörte; ja, auch die Säue waren ſein. Iſt nun Chriſtus ein HErr geweſen über den beſeſſenen Menſchen und über den Teufel, der ihn beſaß, die doch beide nach dem Rechte des weltlichen und Hausregiments nicht unter ihm ſtanden, wie viel mehr waren die Säue ſein, obgleich ſie nach weltlichem Rechte andern gehörten. Aber derjenige, der ein HErr iſt über das weltliche Recht, der iſt auch ein HErr über alles, was dem weltlichen Recht unterworfen iſt, nach dem Spruche: Wer ein Herr iſt über einen Oberen, der iſt auch Herr über den Niedrigeren.... Vielleicht“, fügt Luther bei, „hatte Chriſtum auch das Geſetz Moſis dazu bewogen, welches den Juden die Säue unterſagte, und er mag ſie darum als Ver⸗ ächter des Geſetzes geſtraft haben, gleichwie ein Fürſt es gutheißt, wenn ein Wandersmann einen Straßenräuber tödtet, der ihn anfällt.“ Es ſo als Strafwunder über die Juden anzuſehen, die wider das Geſetz handelten, läßt ſich gewiß eher hören, als wenn Hofmann meint, dies ſei geweſen „zugleich eine Strafe für die heidniſche Bevölkerung, welche die Geſchichte und religiöſen Anſichten des Volkes, auf deſſen Boden ſie lebten, ſo wenig achteten“. Richtig iſt auch, was Stöckhardt bemerkt: „Warum gibt aber Gott, der Allerhöchſte, und Chriſtus, der Sohn des Allerhöchſten, dem Satan noch Raum auf Erden? Das gehört zu den Ge⸗ heimniſſen des göttlichen Weltregiments. Nur ſo viel dürfen wir ſagen, daß ſolche Plagen, wie Viehſterben und ſonſtige Verluſte an Hab und Gut, göttliche Züchtigungen ſind, durch welche Gott die Menſchen, die ſo ſicher leben, aus ihrem Schlafe aufrüttelt.“ („Bibl. Geſch.“ II, 73.) Lilienthal (VII, 116): „Nachdem Antiochus bei ſeinen Verfol⸗ gungen die Juden genöthigt hatte, Schweinefleiſch zu eſſen, war ein großer Fluch auf diejenigen gelegt worden, die dergleichen Thiere halten oder