# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S38 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 38 Verhandlungen der neunzehnten Verſammlung heit nicht nur Iſrael, ſondern die ganze Welt freuen ſoll. Nimmt Matthäus in ſein Regiſter der Vorfahren Joſephs und JEſu auch die Namen einer Thamar, einer Rahab und des Weibes des Uria auf, während er von einer Sarah und einer Rebekka, die er auch hätte nennen können, ſchweigt, ſo zeigt uns das: JEſus ſchämt ſich nicht der Sünder und Sünderinnen, die ſeine Großväter und Großmütter waren, ihr Sohn zu heißen nach dem Fleiſche. Auch eine Rahab und eine Ruth wird genannt, Heidinnen von Haus aus, denn Gott iſt nicht nur der Juden, ſondern freilich auch der Hei⸗ den Gott, und JEſus nimmt wahrhaftig Sünder an, wer und wie immer ſie zuvor geweſen ſein mögen. Hiermit möge es von dieſem Punkte genug ſein. Theologen, die mehr darüber zu wiſſen begehren, ſeien auf Calovs „Biblia Illustrata“ ver⸗ wieſen, wo im dritten Bande auf 20 Seiten jeder auch nebenſächliche Punkt dieſer Geſchlechtsregiſter zur Sprache gebracht und geſchickt behandelt wird. Die Tempelreinigung. (Matth. 21, 12—16. Marc. 11, 15—17. Luc. 19, 45. f., vgl. mit Joh. 2, 14—22.) Jeder der vier Evangeliſten berichtet, wie JEſus den Tempel gereinigt hat. Aber während Johannes dies Ereigniß in den erſten Aufenthalt JEſu in Jeruſalem nach ſeiner Taufe und dem Antritt ſeines Lehramtes ſetzt, ſetzen Matthäus, Marcus und Lucas einmüthig die Tempelreinigung ganz an das Ende, in den letzten Aufenthalt JEſu zu Jeruſalem, nämlich auf den Montag nach dem Palmſonntag. Da nun in allen vier Evangelien zu leſen ſteht, daß dies Thun bei den Oberſten der Judenſchaft Anſtoß und Wider⸗ ſpruch erregt hat, ſo ſagt man: Ein ſolches Ereigniß hat gar nicht mehr als einmal ſtattfinden können; denn man hätte JEſum wohl mit Gewalt ver⸗ hindert, die Tempelreinigung ein zweites Mal ins Werk zu ſetzen; alſo liege entweder in der Zeitbeſtimmung des Johannes ein Gedächtnißfehler vor, der hier allein ſtehe gegen drei andere Zeugen, oder aber Matthäus, Marcus und Lucas ſeien im Irrthum. Gegen dieſe ganz grundloſe Folgerung hat ſchon Schleiermacher („Einl. in d. N. T.“, S. 279) folgende richtige Einwendung gemacht: „Johannes berichtet gleich beim erſten Aufenthalt JEſu in Jeruſalem eine ſolche Reinigung des Tempels, wie die andern Evangeliſten in Verbindung mit dem letzten haben. Viele haben gemeint, das ſei ein Gedächtnißfehler des Johannes, was mir aber durchaus unwahrſcheinlich iſt, da er einen zu klaren Ueberblick über die Hauptmomente des geſchichtlichen Verlaufes hat. Man ſuche ſich nur die Sache vorzuſtellen, wie ſie wirklich war, um voraus⸗ zuſetzen, daß JEſus, ſo oft er in Jeruſalem war, jedesmal etwas Aehnliches thun mußte. In der Nähe des Tempels mußten nothwendig Geldwechsler ſein wegen der Tempelmünze, ebenſo Händler mit Opferthieren. Sie ſoll⸗