# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S37 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1902. 37 zigung deſſen Mutter Maria bei ſich aufgenommen hatte, und von ihr wird er die Mittheilung deſſen empfangen haben, was in ſeinem erſten und zwei⸗ ten Capitel ſteht; von ihr wird er wohl auch die Namen ihrer Väter nach dem Fleiſche erfahren haben, ſo weit zurück, bis die heilige Schrift Alten Teſtaments wieder die Verbindung herſtellte. Wir leſen bei Euſebius (I, 7), daß Herodes, damit man kein Ge⸗ ſchlecht in Iſrael für älter halte als das ſeine, die Geſchlechtsregiſter der Juden, wo er ihrer habhaft werden konnte, verbrennen ließ. Wir wiſſen ferner, daß mit dem Untergang des jüdiſchen Reiches nach der Zerſtörung Jeruſalems durch Titus, daß ferner durch die Zerſtreuung der Juden in alle Lande, durch die mancherlei Verfolgungen, die über die Juden ergangen ſind, ihre Geſchlechtsregiſter unwiederbringlich verloren gegangen ſind. Es ſteht heute ſo, daß kein einziger Jude, wer er auch ſei, mit irgendwelcher Sicherheit ſagen kann: Ich bin vom Stamm Juda, ich vom Stamm Sebu⸗ lon ꝛc. Das iſt für unſere Judenmiſſion ein großer Hebel und wichtiges Argument. Kommt ein Menſch, der ſich für einen altgläubigen Juden aus⸗ gibt, zum Judenmiſſionar und ſagt: Deinen JEſus nehme ich nicht als Meſſias an, ich warte aber noch auf einen andern, dann kann ja der Miſſio⸗ nar ihm ſagen: Du warteſt alſo noch auf einen Meſſias? Nimm an, er kommt heute; wenn er nun kommt, ſag mir, wird er dann beweiſen kön⸗ nen, aus welchem der zwölf Stämme er iſt? daß er aus dem Stamme Juda iſt? Dann muß der Jude bekennen: Nein, das wird er nicht kön⸗ nen, weil unſere Geſchlechtsregiſter verloren ſind. Dann kann ihm der Miſſionar wieder ſagen: Dann kann alſo dein erwarteter Meſſias den Be⸗ weis gar nicht liefern, daß er der iſt, der da kommen ſollte; daraus allein kannſt du ſchon ſchließen, daß der Meſſias bereits gekommen ſein muß; wir aber können's von unſerm JEſus, dem Sohne der Maria, beweiſen, daß er Davids, daß er Judas, daß er Abrahams Sohn iſt; hier ſind die Ge⸗ ſchlechtsregiſter. Wo ſind die euren? Die unſeres JEſu ſind trotz der babyloniſchen Gefangenſchaft, trotz des Herodes und trotz ſo vieler Feinde, die das Alte und Neue Teſtament bis heute gehabt hat, bis auf dieſen Tag erhalten geblieben. Ja, dieſe Namencapitel, über die man in der Hausandacht, wenn ſie gerade an der Reihe ſind, vielleicht wegen der vielen fremdklingenden Namen hinſtolpert und ſie ſogar gerne überſchlägt, die ſind gerade auch in dem, worin ſie von einander abweichen, nur den Ungläubigen ein Anſtoß, den Gläubigen aber, die durch die Vergleichung mit der heiligen Schrift gelernt haben, das zu vereinigen, was ſich zu widerſprechen ſcheint, ſind ſie voll der Lehre und des Troſtes. Geht Matthäus nur zurück bis auf Abraham, weil er für Judenchriſten und Juden ſchreibt, denen er beweiſen will, daß JEſus Davids und Abrahams Sohn iſt, ſo geht Lucas zurück bis auf Adam und zeigt, daß JEſus nach dem Fleiſch nicht den Juden allein, ſondern dem ganzen menſchlichen Geſchlechte gehört, daß ſich daher ſeiner wahren Menſch⸗