# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S36 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 36 Verhandlungen der neunzehnten Verſammlung Es iſt übrigens auch ſprachlich durchaus nicht richtig, aus dem Worte συγγενίς, welches Luther ganz richtig mit „Gefreundte“ überſetzt, zu folgern, daß Maria eine Stammesgenoſſin der levitiſchen Eliſabeth und daher ſelbſt auch levitiſch geweſen ſei. Das Wort heißt ganz einfach verwandt. Συγ- γενίς zwar kommt im Neuen Teſtament nur einmal, an dieſer Stelle, vor, συγγενής aber, das Masculinum, öfter und nie in der beſchränkten Bedeu⸗ tung, daß man nur an einen Stammesgenoſſen in dem Sinne denken dürfte, daß die als Verwandte Bezeichneten Angehörige desſelben der zwölf Stämme Iſraels geweſen ſein müßten. Ganz deutlich zeigt dies Röm. 9, 3., wo Pau⸗ lus ſpricht: „Ich habe gewünſchet, verbannet zu ſein von Chriſto für meine Brüder, die meine Gefreundte ſind nach dem Fleiſch (συγγενεῖς κατὰ σάρκα).“ Er meint damit nicht bloß ſolche, die, wie er, vom Stamme Benjamin waren, ſondern, wie er gleich weiter ſagt: „Die da ſind von Iſrael.“ Alſo kann Maria recht gut die συγγενίς der Eliſabeth heißen, wenn irgend jemand aus der näheren oder entfernteren Verwandtſchaft der Maria in die Verwandtſchaft der Eliſabeth hineingeheirathet hatte, was jedenfalls ge⸗ ſchehen war. Denn es war den Juden nirgend verboten, in einen andern Stamm hineinzuheirathen; ſonſt hätte ja auch Joſeph, als ein frommer Mann aus dem Stamme Juda, kein Verlangen tragen dürfen nach einer Jungfrau aus dem Stamme Levi, wenn Maria dieſem angehört hätte. Nein, wenn Maria nicht aus dem Stamme Davids wär, dann iſt auch JEſus nicht Davids Reis, „das aus ſeim Stamm entſprießen ſollt“. Iſt er aber das nicht, dann fehlt ihm ein ganz weſentliches Kennzeichen, das nach der Weiſſagung des Alten Teſtaments der Meſſias haben muß. Iſt JEſus nicht aus dem Samen Davids hergekommen nach dem Fleiſch, wie kann man es dann den Juden verargen, wenn ſie eines andern warten und nicht glauben, daß JEſus der ſei, der da kommen ſollte? Gerade das aber, daß wir von unſerm JEſus von Nazareth beweiſen und es auch vermittelſt der Geſchlechtsregiſter unwiderſprechlich wahr machen können, daß er von David und aus dem Stamme Juda herkommt nach dem Fleiſche, gerade das macht auch dieſe beiden Capitel der heiligen Schrift, an welchen die Feinde Chriſti und der Schrift ſich ſtoßen und in welchen ſie ohne alle Noth Widerſprüche finden, zu einem unſchätzbaren Gut der chriſt⸗ lichen Kirche. So richtig Luther gelegentlich bemerkt, auch wenn weder Mat⸗ thäus noch Lucas eine Genealogie Chriſti geſchrieben hätten, ſo wären wir doch aus dem Alten und Neuen Teſtament hinreichend ſicher, daß Maria aus dem Stamme Davids und JEſus alſo Davids Sohn ſei, ſo haben wir doch alle Urſache, für dieſe beiden Geſchlechtsregiſter, die uns der Heilige Geiſt aufbehalten hat, Gott von Herzen dankbar zu ſein, und auch dem Evange⸗ liſten Lucas. Der ſagt uns ja zu Anfang ſeines Evangeliums, daß er alles, was er in guter Ordnung zuſammengeſtellt, von Anbeginn bei Augen⸗ und Ohrenzeugen der Begebniſſe erkundet habe. Da wird er alſo nicht erman⸗ gelt haben, bei dem Jünger Johannes vorzuſprechen, der nach JEſu Kreu⸗