# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S35 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1902. 35 Hauſes Davids geworden, er gehört, obwohl nicht durch Zeugung oder Empfängniß, ſo doch durch die Geburt einer Familie an, welche ihre Herkunft auf David zurückführte.“ („Erl. Zeitſchr. f. Prot. u. Kirche“, 1851, Bd. XXII, S. 114. 115; vermuthlich von Hofmann.) Alſo nur rechtlich, nur juridiſch betrachtet gehört JEſus dem Hauſe Davids an; er hat keinen Tropfen davidiſchen Blutes in ſich. Mit Recht hat gegen dieſes Fündlein Keim, der ſelbſt nicht glaubt, daß JEſus vom Heiligen Geiſte empfangen und von der Jungfrau Maria geboren iſt, und der darum ganz einfach JEſum für einen leiblichen, natür⸗ lichen Sohn Joſephs hält, in ſeinem Buche: „Geſchichte Jeſu von Nazara“, geſagt: „Liegt's doch auch für unſere Anſchauung, welche gegen Stamm⸗ bäume und reines, echtes Blut etwas kühler geworden iſt, auf der Hand, daß eine Pflegeſohnſchaft nur in höchſt prekärer Weiſe an dem Ruhm des Blutes des nominellen Vaters Theil nehmen konnte. Für jüdiſche An⸗ ſchauung, aus welcher jene Stammbäume trieben, vernichtet nach allem, was wir nur wiſſen, der Nichtbeſitz des Blutes, des Samens, jede Spur dieſer Anſprüche.“ („Zeitſchr. f. Prot. u. Kirche“, 1868, Bd. LVI, S. 356; ſicher von Hofmann.) Wie gänzlich unhaltbar dieſe gelehrte Entdeckung iſt, ſehen wir auch daraus: Wenn Joſeph ſich geweigert hätte, Maria als ſein Gemahl zu ſich zu nehmen, wenn er etwa trotz der Weiſung des Engels auf ſeinem Vorſatz beſtanden hätte, Maria heimlich zu verlaſſen, dann wäre dieſer Theorie zu⸗ folge JEſus in keinem Sinne des Worts ein Sohn Davids geweſen. Nun finden wir aber doch nicht bloß, daß die Schrift dem David den Meſſias verheißt als den Samen, der von ſeinem Leibe kommen ſollte, ſondern wir finden auch, daß Petrus in ſeiner Pfingſtpredigt ausdrücklich betont, daß JEſus eine Frucht der Lenden Davids iſt; wir wiſſen, daß er von ihm her⸗ kommt κατὰ σάρκα, nach dem Fleiſche, nicht nach einem Stück Papier, das ihn juriſtiſch in die Familie Davids aufnimmt. Wir finden auch nirgend im Neuen Teſtamente, daß JEſus, ſo oft er ſich auch ſelbſt bezeugt hat als den Sohn Davids, damit irgend auf Wider⸗ ſpruch geſtoßen wäre. „JEſu, du Sohn Davids, erbarme dich mein“ — ſo wurde er angerufen von Leuten, die weiter nicht mehr perſönliche Bekannt⸗ ſchaft mit ihm hatten, als daß ſie ſeine Hülfe begehrten. Würden die Juden wohl einerſeits bei dem Haß, den ſie zum Theil gegen JEſum hatten, an⸗ dererſeits bei der Kenntniß ſeiner Familienverhältniſſe (denn ſie ſagen ja: Der Zimmermannsſohn, deß Vater und Mutter wir kennen) — würden ſie wohl, wenn Maria nicht vom Hauſe Davids geweſen wäre, wenn ſie ihnen vielmehr als levitiſchen Urſprungs bekannt geweſen wäre, unterlaſſen haben, JEſum zu fragen: Worauf gründeſt du denn eigentlich deine Anſprüche, daß man dich für den Sohn Davids halten ſoll? Deine Mutter ſtammt einmal nicht von ihm her, und was deinen Vater anlangt, ſo ſagſt du ja immer, Gott ſei dein Vater.