# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1902. 33 beide alſo ſind rechte Kinder und Nachkommen Davids. Joſeph ſtammt ab von der Linie des Hauſes Davids, in der die königliche Herrſchaft Jahr⸗ hunderte verblieben war, die auch noch zur Zeit des neuen Teſtamentes ihr Grundeigenthum in Bethlehem beſaß; dorthin zog ja auch Joſeph, daß er ſich ſchätzen ließe, mit Maria, ſeinem vertrauten Weibe. Maria ſtammt ab von dem Geſchlechte Davids, aber von einer minder angeſehenen Neben⸗ oder Seitenlinie. Da kann es dann auch nicht auffallen, daß die eine Stammliſte zwiſchen David und der babyloniſchen Gefangenſchaft mehr Glieder zählt als die andere; denn erſtlich hat Matthäus einige auch ihm ohne Zweifel bekannte Zwiſchenglieder ausgelaſſen, und zum andern iſt es ſehr leicht möglich, daß die Stammhalter in der Seitenlinie früher zur Ehe zu ſchreiten pflegten als in der königlichen Hauptlinie. Nehmen wir ein ganz leichtes Rechenexempel zu Hülfe. In einem Zeitraum von 660 Jahren führen zwei Familien ihr Geſchlecht neben einander fort; wenn da in der einen Familie die Söhne immer mit 22, in der andern immer mit 33 Jah⸗ ren zu heirathen pflegen, ſo hätte jene Familie innerhalb der 660 Jahre 30 Generationen, dieſe nur 20. Das iſt ein Unterſchied von zehn Gene⸗ rationen, nicht nur von fünfen, wie bei den 500 Jahren zwiſchen David und der babyloniſchen Gefangenſchaft. Aber nun könnte jemand einwenden: Das mag paſſen, ſo ſchön es will; ich will einräumen, daß dabei alle Schwierigkeiten wegfallen; aber es ſteht doch nun einmal auch bei Lucas: „Joſeph war ein Sohn Eli“; das lautet ganz, als ſei Eli ſein leiblicher Vater geweſen, und war er das, ſo kann es nicht Jakob geweſen ſein, der nach dem Bericht des Matthäus ihn gezeugt hat; alſo liegt hier ein Widerſpruch vor. — Aber man ſehe doch ſonſt in die Schrift und beachte deren Ausdrucksweiſe. Es iſt da etwas ſehr Gewöhnliches, daß Schwiegerſöhne Söhne, Schwiegertöchter Töchter genannt werden, wie das ja auch noch im gewöhnlichen Leben geſchieht. Da hören wir z. B., wie im Buche Ruth Naemi zu ihren Schwiegertöchtern ſagt: „Kehret um, meine Töchter, und gehet hin; denn ich bin nun zu alt, daß ich einen Mann nehme.“ Sie nennt alſo ihre Schwiegertöchter Töchter. David wiederum ruft ſeinem Schwiegervater Saul, deſſen Tochter Michal er geehelicht hatte, von ferne zu: „Mein Vater, ſiehe doch den Zipfel dei⸗ nes Rockes in meiner Hand.“ In derſelben Weiſe kann Joſeph, Marias Verlobter, der Sohn Elis heißen. So liegt denn rein gar nichts im Wege, weder Grammatik noch Lexikon, das uns hindern könnte, in dem Verzeich⸗ niß bei Lucas das Geſchlechtsregiſter der Maria zu erkennen. Es haben demnach auch ſchon frühzeitig die Vertheidiger der Kirche gegen die Angriffe der Ungläubigen, der Juden oder der Ketzer, darauf auf⸗ merkſam gemacht, daß auf dieſe Weiſe auch jeder Schein eines Widerſpruchs wegfalle. Schon Auguſtin ſchreibt in ſeinem ſchönen Buche „Von der Uebereinſtimmung der Evangeliſten“: „Joſeph hatte zwei Väter, einen, von