# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 32 Verhandlungen der neunzehnten Verſammlung wird eine Ruthe aufgehen von dem Stamm Iſai.‘ Hier meldet der Pro⸗ phet klar, es müſſe des Iſai Stamm bleiben, bis Chriſtus daraus geboren würde. Weil nun dieſes Kind keinen Vater auf Erden, ſondern nur eine Mutter hat, ſo muß dieſe Mutter vom Stamm und Geblüt Davids ſein; ſonſt könnte ihr Kind nicht ein Sohn oder Nachkömmling und Erbe Davids heißen.“ (Erl. Ausg., 6, S. 176 f.) Doch wird nun mancher vielleicht denken: Weit werthvoller wäre es doch, wenn man in der Schrift ein Geſchlechtsregiſter hätte, welches zeigte, daß Maria aus dem Hauſe Davids ſtamme, als daß man zwei hat, die da zeigen, daß Joſeph ein Nachkomme Davids geweſen ſei; denn Joſeph war nun doch einmal nicht der leibliche Vater JEſu. Ja, wenn Joſeph auch vom Stamme Dan oder Naphthali geweſen wäre, das hätte ja nichts ausgemacht. Wenn nur gewiß iſt, daß die Jungfrau Maria vom Hauſe und Geſchlechte Davids war, von der doch allein der Sohn Gottes Fleiſch und Blut, ſeine menſchliche Natur, her hat, dann iſt damit ſchon allein und vollkommen gewiß, daß JEſus aus dem Hauſe Davids ſtammt. Dieſer letzte Schluß iſt ganz richtig; er gibt uns auch den Schlüſſel zu den beiden Geſchlechtsregiſtern. Während wir nämlich bei Matthäus ohne allen Streit das Geſchlechtsregiſter Joſephs vor uns haben (denn die Worte, die da ſtehen: „Jakob zeugete Joſeph“, laſſen ſchlechterdings keine andere Deu⸗ tung zu), finden wir bei Lucas eigentlich das Geſchlechtsregiſter der Maria, ſeiner Verlobten, und nicht das Geſchlechtsregiſter des Joſeph. Zwar wird Marias Name in dem Regiſter bei Lucas gar nicht genannt, wie es doch bei Matthäus geſchieht (darauf weiſt ja auch Luther in der obigen Stelle hin); aber das verbietet nicht die Annahme, daß wir bei Lucas das Ge⸗ ſchlechtsregiſter der Maria haben. Auch Luther hat ſpäter dieſe Annahme getheilt. In ſeiner Schrift: „Vom Schemhamphoras und vom Geſchlecht JEſu Chriſti“ (im Jahre 1543 verfaßt) ſagt er: „Daß Hieronymus ſchreibt, Jakob ſei Joſephs Vater nach St. Matthäi Schnur (Regiſter), aber Eli ſei ſein Vater nach Lucä Schnur, das iſt, ein Schwäher oder Schwiegervater, nach der Weiſe, da der Tochter⸗ mann auch Sohn, und des Sohnes Weib auch Tochter heißt, das gefällt mir wohl und beſſer denn Euſebius mit Lyra, der da meinet, Jakob habe ſeines Bruders Eli Wittwe genommen und mit derſelben Joſeph gezeuget.“ So heißt es auch ſchon in den Anmerkungen Luthers zu einigen Capi⸗ teln des Matthäus (St. L. Ausg., VII): „Chriſtus hat die Linie ſeines Geſchlechts nicht durch Salomo, ſondern durch ſeinen Bruder Nathan führen laſſen.“ Das heißt mit andern Worten: Der Stammbaum bei Lucas iſt der Stammbaum der leiblichen Mutter JEſu, iſt Marias Stammbaum. Bei dieſer Annahme fällt jegliche Schwierigkeit hinweg, die ſich aus der Vergleichung der beiden Geſchlechtsregiſter ergeben mag. Es ergibt ſich dann Folgendes: Joſeph ſtammt ab von Salomo, dem Sohne Davids, Maria von Nathan, einem andern Sohne Davids von einem andern Weibe;