# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S31 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1902. 31 ſchließt die Liſte der Vorväter JEſu bei Lucas; er geht alſo rückwärts von JEſu bis auf Adam, während Matthäus vorwärts geht von Abraham bis auf JEſum. Wenn nun ein einigermaßen aufmerkſamer Bibelleſer die Liſte des Evangeliſten Lucas umkehrt und die Namen zwiſchen Abraham und JEſu mit den Namen bei Matthäus vergleicht, ſo findet er, daß die Namen von Abraham bis David ſtimmen, aber nicht zwiſchen David und JEſu. Bei Matthäus wird Salomo als der Sohn Davids bezeichnet, von dem JEſus abſtammt, bei Lucas aber Nathan. Selbſtverſtändlich gehen dann die Namen auch weiterhin aus einander, kommen wieder zuſammen bei Sealthiel und Serubabel, gehen wieder aus einander, und während es bei Matthäus heißt: „Jakob zeugete Joſeph“, ſo heißt Joſeph bei Lucas ein Sohn Elis. Da kann man ja wohl auf den Gedanken kommen, wie ſich das wohl reime. Joſeph kann doch nicht zwei leibliche Väter gehabt haben, von denen der eine Jakob, der andere Eli hieß. Er kann doch nicht zugleich von zwei ver⸗ ſchiedenen Söhnen Davids abſtammen, von denen der eine Nathan, der andere Salomo heißt. Und wie iſt es dazu auch möglich, daß bei dem einen Evangeliſten vierzehn, bei dem andern neunzehn Glieder gezählt ſind von David bis auf die babyloniſche Gefangenſchaft? Die Feinde des Wortes Gottes ſind natürlich gleich mit der Antwort da: Freilich reimt ſich das nicht; hier liegen eben Widerſprüche vor, unauflösliche Wider⸗ ſprüche, und das iſt um ſo ſchlimmer, wenn ſich derartiges, ſo zu ſagen, gleich bei der Thüre des Neuen Teſtamentes findet. Aber wenn ein Chriſt eine ſolche Folgerung hört, ſo ſagt er in ſeinem Herzen nicht gleich Ja dazu. Auch wenn es ihm Unruhe macht, weil er die Angaben der Evangeliſten nicht gleich reimen kann, gibt er doch nicht dem Gedanken Raum: Weil ich das nicht verſtehe, ſo ſind gewiß unlös⸗ bare Widerſprüche vorhanden. Vielmehr iſt dann ein Chriſt bemüht, die Schwierigkeit zu löſen, und forſcht fleißig. Und wenn er am rechten Orte ſucht, läßt ihn Gott auch finden, was er haben muß, damit er nicht Scha⸗ den nehme an ſeinem Glauben und an ſeiner Seele. So iſt auch hier die Löſung der ſcheinbaren Widerſprüche gar nicht ſo ſchwierig. In einer Predigt am Tage der Verkündigung Mariä über Luc. 1, 26—38. (ſie ſteht in der Hauspoſtille als erſte Predigt und ſtammt aus dem Jahre 1522) ſagt Luther die bemerkenswerthen Worte: „Nun meldet aber der Evangeliſt nicht ein Wort davon, wer die Jungfrau ihrer Abkunft oder des Stammes halben geweſen ſei, von Joſeph aber, dem ſie vertraut war, ſagt er, er ſei vom Stamme Davids geweſen; ſo uns doch am ſelben nicht gelegen iſt. An dem aber iſt gelegen, daß man wiſſe, daß die Jungfrau Maria vom Hauſe Davids ſei. Aber der Evangeliſt hält es für unnöthig, ſolches anzuſagen, ſintemal es zuvor in den Propheten angezeigt war, daß JEſus ſollte vom Hauſe Davids kommen und Davids Sohn heißen, wie neben andern Prophezeiungen auch dieſe iſt Jeſ. 11, 1.: ‚Es