# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S30 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 30 Verhandlungen der neunzehnten Verſammlung Es iſt nun aber der Stoff, der hier beſprochen werden könnte, ſo un⸗ geheuer groß, daß nothwendig eine Auswahl getroffen werden muß. Ich habe darum das Alte Teſtament ganz und gar unberückſichtigt gelaſſen, habe auch die Frage nicht erörtert, ob es etwa altteſtamentliche Stellen gibt, denen vom Neuen Teſtamente widerſprochen wird, habe mich alſo auf das Neue Teſtament beſchränkt und auch hier nur die vier Evangelien ins Auge gefaßt, ſo daß, genauer begrenzt, eigentlich nur die Frage vorliegt: Wider⸗ ſprechen einander die vier Evangeliſten Matthäus, Marcus, Lucas und Johannes? Nun wäre es ja rein ein Ding der Unmöglichkeit, alle Stellen zu beſprechen, welche ſelbſt innerhalb dieſes beſchränkten Rahmens einander gegenübergeſtellt worden ſind; wir müßten ſonſt nicht ſechs Tage, ſondern ſechs Wochen beiſammen bleiben. Aber das iſt auch nicht nöthig. Ich habe daher auch hier wieder eine Auswahl getroffen, und zwar von ſolchen Stellen, denen am meiſten widerſprochen wird. Die Geſchlechtsregiſter JEſu. (Matth. 1, 1—17. Luc. 3, 23—38.) Das Neue Teſtament beginnt mit dem Evangelium Matthäi, und dieſes mit den Worten: „Dies iſt das Buch von der Geburt JEſu Chriſti, der da iſt ein Sohn Davids, des Sohns Abrahams.“ Daß JEſus ein Sohn Davids, des Sohnes Abrahams, ſei, fängt Matthäus ſofort an zu beweiſen, indem er von Abraham ausgeht und ſagt: „Abraham zeugete Iſaak. Iſaak zeugete Jakob. Jakob zeugete Juda und ſeine Brüder“ — und ſo zählt er bis zum König David insgeſammt vierzehn Glieder. Dann heißt es: „Der König David zeugete Salomon von dem Weibe des Uria. Salomo zeugete Roboam“ — und dann wieder ſo fort, im Ganzen vierzehn Glieder, bis zur babyloniſchen Gefangenſchaft. Nach der babyloniſchen Gefangenſchaft bis auf Chriſtum zählt Matthäus ebenfalls vierzehn Glieder. Wir ſehen alſo, daß uns hier in dieſem Geſchlechtsregiſter der Nachweis vorgeführt werden ſoll, daß Joſeph, der Mann der Maria, den wir als den Pflegevater JEſu kennen, vom Hauſe und königlichen Geſchlechte Davids war. Nun findet ſich im Evangelium des Lucas (Cap. 3, 23—38.) ein ähn⸗ liches Namenregiſter. Es wird dort bei Lucas kurz vorher erzählt, daß bei JEſu Taufe ſich der Himmel aufthat, und daß eine Stimme vom Himmel ſprach: „Du biſt mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Dann heißt es weiter: „Und JEſus ging in das dreißigſte Jahr und ward ge⸗ halten für einen Sohn Joſephs, welcher war ein Sohn Eli, der war ein Sohn Matthats“ ꝛc. Dann wird die Liſte weiter zurückgeführt; es kommt in ihr auch ein Serubabel und ein Sealthiel vor; ſpäter wird genannt Nathan, nicht der Prophet dieſes Namens, ſondern ein Sohn Davids. Von David geht es dann rückwärts bis auf Abraham, und von Abraham an bis ganz an den Anfang des Menſchengeſchlechts, bis es heißt: „Der war ein Sohn Seths, der war ein Sohn Adams, der war Gottes.“ Damit