# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1858_S313 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Ruhm der lutherischen Kirche. 313 Gott sei Dank! häufig, und es treten die Irrthümer, die im öffentlichen Bekenntniß sich finden, in den Predigten, die in den Gemeinen gehalten werden, besonders wenn die Prediger persönlich gläubige Männer sind, die sich bestreben, ihre Zuhörer durch das Wort Gottes selig zu machen, in den Hintergrund und dagegen in den Vordergrund die seligmachende Wahrheit der christlichen Lehre. Daß es so ist, darüber sollten wir uns freuen und Gott danken, statt uns zu bemühen, den Beweis zu führen, daß außer der lutherischen Kirche nur Irrthum gepredigt wird—was, Gott sei Dank! nicht wahr ist—, oder doch es als eine bloße Möglichkeit hinzustellen, daß es vielleicht irgendwo einmal geschehen könnte. Läßt sich denn dabei ein gutes Gewissen bewahren, wenn man die Beweisung der Gnade und Erbarmung Gottes verkleinert und seine Werke da nicht sehen und erkennen will, wo Er sie einem vor Augen legt? Wird hier oder dort Irrthum gepredigt (ach, wie oft und wie stark von vielen Kanzeln lutherischer Gemeinen), so wollen wir den Irrthum getrost verdammen, und ich empfinde in mir, Gott sei Dank! einen lebendigen und kräftigen Eifer, das zu thun; aber davor wollen wir uns hüten, Gottes Wort nicht anzuerkennen, wo Er es gibt und stumm zu bleiben in Eigenliebe und Selbstgefälligkeit und Ihn nicht dafür zu loben, daß Er das thut. Aber ich werde gedrängt zu sagen, wo nach der Schrift die Kirche ist.— Bekannt ist die alte Antwort auf diese Frage: Wo der Geist Gottes ist, da ist Kirche. Weiter aber: da ist christliche Gemeine, christliche Versammlung, wo auf den Namen Christi getaufte und Ihn als den einigen Mittler, Erlöser und Seligmacher bekennende Menschen zusammenkommen, ihre Kniee in seinem Namen zu beugen, sein Evangelium zu hören und das Sakrament des Nachtmahls zu feiern. Da wo das geschieht, ist nach der Schrift eine Christengemeine sichtbar versammelt. Denn ich soll ja sagen, wo die Kirche Christi ist, und da glaube ich zuerst in dieser Weise Antwort geben zu müssen, daß ich sage, wo ich meine, laut der Schrift eine christliche Versammlung anerkennen zu müssen. Soll aber der Verstand jener Frage sein, wer nach der heil. Schrift zur Kirche oder Gemeine Christi gehört und soll ich auf die so gestellte Frage Antwort geben, so sage ich: der gehört zur Kirche Christi, der ein Christ ist; denn ein Glied der Gemeine oder Kirche Christi sein und ein Christ sein, das ist in meinen Augen Ein und dasselbe; denn nach meiner Meinung machen die Christen die Kirche Christi aus. Ist aber das, worauf man eigentlich Antwort haben will, die Frage: wo ist die wahre Kirche Christi? so gebe ich die Antwort aus unsern Bekenntnißschriften, in welchen deutlich und unzweideutig gesagt ist, daß eigentlich die wahrhaft Gläubigen der Leib Christi auf Erden sind. — Da ich in früheren Jahrgängen des Kirchenblattes (1856 S. 98. Daneben bitte ich Jahrgang 1857 S. 4 f. zu lesen, wo wesentlich dasselbe steht, was in Nr. 6 v. d. J. gesagt ist, und S. 25 f., wo ich ausgesprochen habe, weshalb ich die Union verwerfe, ungeachtet hie und da in der unirten Kirche Gottes Wort gepredigt wird) mich hierüber umständlich ausgesprochen habe, so glaube ich hier nicht wiederholen zu dürfen, was ich dort gesagt habe.