# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Verhandlungen der neunzehnten Verſammlung balles durchgeſchnitten, daß ſie ſo dreiſt reden können von dieſem Durch⸗ ſchnitt, von dem, was in der Erde iſt, und von den Hunderttauſenden und Millionen Jahren, die vergangen ſein müſſen, ehe der Erdball ſo geworden iſt, wie er jetzt iſt? Das weiß ich wohl, als neulich die entſetzlichen vulca⸗ niſchen Ausbrüche auf Martinique und den benachbarten Inſeln ſtattfanden, da haben auch, wie der Telegraph gemeldet hat, andere, zum Theil längſt erloſchene, unthätige Vulcane in Alaska und im Mittelländiſchen Meere zu rauchen und zu dampfen angefangen. Das muß doch ſeinen Zuſammenhang haben tief, tief im Bauche der Erde, ſo tief, wie noch keiner vorgedrungen iſt und wahrſcheinlich auch keiner vordringen wird, und das hat mich erinnert an das, was ich aus der Schrift weiß, daß Gott die Erde zugerichtet hat zum Verderben, und zwar zum Verderben und zum Untergange durchs Feuer. Weiter fragt der Chriſt: Die Schrift ſoll im Widerſpruche ſtehen mit dem Sittengeſetze einer geläuterten Ethik? Solange unter dem hellen Glanze dieſes Sittengeſetzes, das edler ſein ſoll als das der Schrift, ſo viele Kaſſirer nach Canada verſchwinden, ſo viele Wittwen und Waiſen von den lieb⸗ reichen Logen nichts kriegen, weil der Vater in der letzten Krankheit wirk⸗ lich nicht daran gedacht hat, den fälligen Beitrag zu bezahlen; ſolange es als höchſte Lebensweisheit gilt, entweder ein Haus an das andere zu bringen und einen Acker zum andern zu ziehen, bis daß kein Raum mehr da ſei, oder Tauſende und aber Tauſende von Arbeitern mit ihren Familien von der Willkür einiger abhängig zu machen; ſolange es nicht für etwas Sträfliches gilt, der Obrigkeit das Schwert aus der Hand zu reißen und den ihr ent⸗ riſſenen Neger, ſchuldig oder nicht, geſtändig oder nicht, am Pfahl oder auf dem Scheiterhaufen langſam zu braten — ſo lange bleibe ich lieber bei der minder geläuterten Ethik der Bibel. Wie geſagt, ſo ſteht ein Chriſt, wenn er ſich auf das beſinnt, was er an ſeiner heiligen Schrift hat, auch dann, wenn ihm vielleicht einmal ein Einwurf gegen Bibel und Chriſtenthum in den Weg kommt, den er nicht gleich ſo beredt, wie er gemacht worden iſt, zurückweiſen kann. Aber mehr macht einem Chriſten zu ſchaffen, auch innerlich, der Ein⸗ wurf: Die heilige Schrift widerſpricht ſich ſelbſt. Einiges Hiſtoriſche über die apologetiſche Thätigkeit der Kirche gerade dieſem Vorwurf gegenüber. Leute, die Chriſten ſind oder doch ſein wollen, dabei aber die heilige Schrift nicht ſelbſt leſen, empfinden freilich nichts von dem, was der wahre Chriſt empfindet, wenn es ihm mitten im Leſen der heiligen Schrift einmal ſelbſt ſcheinen will, als ſtimme das nicht mit einander, als ſeien da Wider⸗ ſprüche vorhanden. In der römiſchen Kirche leſen die Laien die Bibel nicht, die Prieſter nur wenig. Die römiſche Kirche weiß, daß ihre Laien die Schrift nicht leſen könnten, ohne den hundertfachen Betrug, der an ihren Seelen geübt wird, nach und nach zu erkennen. Darum nimmt ſie den