# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1902. 7 ſam zu machen, daß vor etlichen Jahren (1898) auch in unſerem Concor- dia Publishing House ein recht gutes Buch erſchienen iſt, verfaßt von P. Weſeloh in Cleveland: „Das Buch des HErrn und ſeine Feinde.“ In dieſem Buch werden Vorwürfe, wie die, die ich vorhin namhaft gemacht habe: daß die Schrift der Geſchichte, den Naturwiſſenſchaften ꝛc. wider⸗ ſprechen ſolle, gründlich, bündig und in einer jedem Chriſtenmenſchen ver⸗ ſtändlichen Weiſe widerlegt und zurückgewieſen. Ich kann jedem, der dies Buch noch nicht kennt, nicht genug empfehlen, es zu leſen, zumal Paſtoren, die ja oft in Stadt und Land mit Leuten zuſammentreffen, denen gegen⸗ über ſie die heilige Schrift gegen ſolche Vorwürfe in Schutz zu nehmen fähig ſein ſollten, „zu ſtrafen die Widerſprecher“. Aber ſo nöthig es immerhin iſt, wie geſagt, um des auch den Chriſten anklebenden argen und böſen Fleiſches willen, ſolchen Einwürfen begegnen zu können, ſo muß doch andererſeits auch dies betont werden, daß nach dem neuen Menſchen ein im Glauben feſtgewurzelter und gegründeter Chriſt ſich durch derlei Anklagen wenig anfechten läßt. Geſetzt auch, daß ein Gelehr⸗ ter ihm einen Brocken hinwirft, mit dem er nicht gleich fertig werden kann, ſo weiß er ſich doch ſchnell wieder zu faſſen und ſagt ſich: Was? Die hei⸗ lige Schrift ſoll Unrichtiges, Unwahres, Ungeſchichtliches enthalten? Daß ſie Gottes Wort iſt, weiß ich, und ſeine Kraft erfahre ich an mir. Daß Menſchen aber lügen können und oft auch lügen wollen, und ferner, daß Menſchen auch beim beſten Willen, nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu ſchreiben, dennoch irren können und geirrt haben, das weiß ich auch. Stellt mir das bändereiche Geſchichtswerk des genaueſten Geſchichts⸗ forſchers über die erſten zweitauſend Jahre der Welt auf den Tiſch und legt mir das erſte Buch Moſis daneben, dann iſt mir das erſte Buch Moſis hun⸗ dertmal lieber als jenes; denn ohne das erſte Buch Moſis weiß ich nichts Gewiſſes über die erſten zweitauſend Jahre der Welt, ſondern höre und leſe nur einen Haufen Sagen und Mythen, Meinungen und Vermuthungen und unverbürgte Geſchichten; im erſten Buche Moſis aber erfahre ich einen ge⸗ wiſſen Grund, wie die Welt entſtanden iſt und ſich bevölkert hat, wie ſich die Völker getheilt haben nach der großen Fluth, und über tauſend andere Sachen, von denen ſonſt kein Menſch etwas Gewiſſes wiſſen kann. Wie? fragt ein Chriſt, die heilige Schrift ſoll den Naturwiſſenſchaften widerſprechen? der Aſtronomie? Und wenn ſie es thut, wer hat dann recht? Gott, der Sonne, Mond und alle Sterne ſelbſt erſchaffen, ihnen ihren Platz am Himmel und ihren Zweck, auf Erden zu ſcheinen und zu leuchten, und daß ſie geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre, zugewieſen hat, der ſoll in ſeinem Wort nicht beſſer und zuverläſſiger reden können vom Lauf und Gang dieſer Himmelskörper als dieſe Menſchen, deren nie einer auch nur einem dieſer Körper nahe gekommen iſt? Das glaube ich noch lange nicht. Mit der Geologie ſoll die Schrift ſtreiten? Mit der Wiſſenſchaft vom Erdinnern? Wie weit haben die Menſchen ſchon dieſen Apfel des Erd⸗