# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1902_S5 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1902. 5 Lehrverhandlungen. Sind in der Bibel Widerſprüche vorhanden? (Referent: Dir. E. A. W. Krauß.) Einleitung. Als das JEſuskindlein von ſeinen Eltern im Tempel dargeſtellt wurde, ſprach der greiſe Simeon zu Maria, ſeiner Mutter, die prophetiſchen Worte, Luc. 2, 34.: „Siehe, dieſer wird geſetzt zu einem Fall und Auferſtehen vie⸗ ler in Iſrael, und zu einem Zeichen, dem widerſprochen wird.“ Wie das in Erfüllung gegangen iſt und ſich noch erfüllt, wiſſen wir. Noch immer wird Chriſtus, unſer erniedrigter und wieder erhöhter Heiland, vielen zu einem Auferſtehen, viele aber kommen durch ihre eigene Schuld an dieſem auserwählten Eckſtein zu Fall. Noch heute und bis zum jüngſten Tage wer⸗ den gerade über dem Zeugniß von Chriſto vieler Herzen Gedanken offenbar. Wer nicht für ihn iſt, iſt wider ihn; wer nicht wider ihn iſt, iſt für ihn. Was nun aber von Chriſto gilt, das gilt auch von der Schrift, die von ihm zeuget, und gilt von ihr vornehmlich eben darum, weil ſie von ihm zeuget. Wie das unerſchaffene Wort, von dem St. Johannes ſchreibt: „Gott war das Wort“, ſo iſt auch die heilige Schrift ein Zeichen, dem widerſprochen wird. Auch an dem Wort der Schrift werden vieler Herzen Gedanken offenbar. Laſſen Sie uns in dieſen Tagen mit Gottes Hülfe von all den Einwänden, welche gegen das geſchriebene Wort Gottes, gegen die heilige Schrift, erhoben werden, nur dem einen ganz beſonders unſere Aufmerkſamkeit widmen, der in die Worte zuſammengefaßt wird: Die heilige Schrift widerſpricht ſich ſelbſt! Das iſt ja lange nicht die einzige Anklage, welche man der Bibel und damit dem Chriſtenthum, als der auf die Bibel gegründeten Religion, ent⸗ gegenſchleudert. Die heilige Schrift ſoll, ſo ſagen ihre Gegner, faſt mit alle dem in Widerſpruch, in unlöslichem Gegenſatz ſtehen, was unter den Menſchen als ſicher und wahrhaftig gilt und was für jeden Gebildeten unter den Menſchen annehmbar und maßgebend iſt. Sie ſoll in Widerſpruch ſtehen mit der Weltgeſchichte, ſoll viel Unrichtiges und Unwahres enthalten, das vor dem Forum einer genaueren Geſchichtsforſchung nicht beſtehen kann, ſondern bis zur Evidenz als ungeſchichtlich erwieſen ſei. Sie ſoll in Wider⸗ ſpruch ſtehen mit den Naturwiſſenſchaften, und zwar mit jedem einzelnen Zweige derſelben, möge man nun an das denken, was über der Erde oder auf der Erde oder unter der Erde iſt. Mit der Aſtronomie ſoll ſie ebenſo unvereinbar ſein als mit den exacten Reſultaten der Menſchenkunde, der Pflanzen⸗ oder Thierkunde, und ganz beſonders ſoll die Geologie der Schrift