# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S47 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1900. 47 urſacht und Kirchen⸗ und Schulbeſuch ſtark beeinträchtigt. Wenn wir nun unſere ſchwarzen Chriſten in ihren armſeligen Hütten aufgeſucht haben, ſie zu tröſten, haben wir oft ſo ſtarken Glauben, ſolche Geduld und gewiſſe Hoffnung göttlicher Gnade bei ihnen gefunden, daß wir beſchämt und ge⸗ tröſtet von ihnen gegangen ſind, Gott innig dankend, der ſolche ſelige Frucht auf unſere ſchwache Arbeit gelegt hat.“ Bei Gelegenheit der Südlichen Diſtrictsſynode in New Orleans haben viele Delegaten unſere Negerſchulen und ⸗Kirchen beſucht und ſich innig gefreut über die ſchöne Zucht und Ord⸗ nung beim Unterricht und im Gottesdienſt, über den kräftigen Geſang unſerer lutheriſchen Lieder aus dem Munde der Alten und Kinder, über die andäch⸗ tige Aufmerkſamkeit beim Anhören der Predigt. Sie bekannten: „Wie wohl hat dies unſeren Herzen gethan. Wie ſind uns die Augen aufge⸗ gangen über dieſe Miſſion, was für ein herrlich geſegnetes Werk es iſt. Wir haben nicht gedacht, daß man bei den Negern ſo etwas erzielen könne.“ Auch Herr Prof. Fürbringer, der erſt vor Kurzem eine genaue Viſitation unſerer Negermiſſion in North Carolina beſorgt hat und der Ehrwürdigen Conferenz mündlichen Bericht darüber erſtatten kann, hat mehrere Wochen mit unſern Miſſionaren ganz unter unſern Negern dort zugebracht, und be⸗ kennt mit großer Freude, welche ſchöne chriſtliche Erkenntniß, welchen fröh⸗ lichen Glauben, welche herzliche Liebe zu Gottes Wort und zur lutheriſchen Kirche, welch unverdroſſene Freigebigkeit für kirchliche Zwecke er unter die⸗ ſen lutheriſchen Negern gefunden habe. Von Letzterem, ihrer Freigebigkeit, zeugt auch dies, daß ein Theil der Gemeinden an unſere Allgemeine Kaſſe regelmäßige monatliche Beiträge einſenden und die ganze Summe in dieſen zwei Jahren $2164.57 beträgt. Außerdem tragen die meiſten die laufenden Auslagen für ihre Armen und Kranken, für Reparaturen, Feuerverſicherung und anderes. Von der Armuth der Neger in ſeiner Gemeinde aber berichtet Miſſionar Koßmann: „Es gab eine Zeit, da hatte der Neger noch etwas Geld. Aber ſeit 1895 traten ſchwere Zeiten ein und die Neger litten große Noth. Manche mußten aufs Land ziehen, um nur das tägliche Brod zu gewinnen. Kinder, die in der Schule ſein ſollten, mußten, um einen Cent zu verdienen, zu Hauſe bleiben.“ Miſſionar Lankenau ſchreibt, daß faſt in den ganzen letzten zwei Jahren drei Viertel ſeiner Gemeindeglieder arbeits⸗ los geweſen ſeien. Und gleichwohl haben dieſe drei Gemeinden in dieſen zwei Jahren von ihrer Armuth für kirchliche Zwecke $2530.76 aufgebracht, wovon $1475 an die Allgemeine Miſſionskaſſe eingeſandt wurden. Wie, iſt das nicht reicher Lohn auf treue Arbeit? Iſt das nicht ſüße Frucht, leibliche und geiſtliche, irdiſche und himmliſche Frucht, zu dankbarer Freude aller derer, die in dieſer ewigen Himmelsſaat ſchneiden und ernten? Iſt da nicht erfüllt vor unſern Augen, was der treue Heiland davon weiſſagt in ſeinen köſtlichen Worten: „Wer da ſchneidet, der empfähet Lohn, und ſammelt Frucht zum ewigen Leben, auf daß ſich mit einander freuen, der da ſäet, und der da ſchneidet“?