# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S45 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1900. 45 heißt, in meinem Reiche gehen Saat und Ernte zuſammen; da ſtehen bei⸗ ſammen in Arbeit beide der, welcher ſäet, und zugleich der, welcher erntet. Darum ſetzt er hinzu: „Daß ſich mit einander freuen, der da ſäet, und der da ſchneidet.“ Der Heiland redet dieſe Worte am Jakobsbrunnen in der wunderbaren Unterredung mit der Samariterin. Er bezeugt ihr, daß er der verheißene und auch von ihnen erwartete Meſſias ſei, der den Juden das Heil bringe, und nicht nur den Juden, ſondern auch ihnen, den Samaritern, ja, allen Heiden auf Erden. Und ſiehe, indem er redet, fällt der Same ſeines Wor⸗ tes in das Herz der Samariterin und bringt Frucht des Glaubens. Sie iſt die erſte Garbe in der himmliſchen Ernte aus dem Samaritervolk. Und ſie geht hin und ſäet den Samen dieſes Wortes in die Herzen ihrer Glaubens⸗ genoſſen, und dieſe kommen und hören den himmliſchen Säemann ſelbſt und glauben und freuen ſich, daß ſie an den HErrn JEſum gläubig ge⸗ worden ſind, und bitten ihn, daß er bei ihnen bleibe. Und JEſus gönnt ihnen zwei Tage die Gnade ſeiner Gegenwart. Saat und Ernte war alſo beiſammen. Die Freude der Saat und Ernte war vor den Augen der lieben Apoſtel. Sie ſahen es nun mit Augen, das Feld war weiß und reif zur Ernte. Doch dies war nur ein geringes Vorſpiel von dem, was der Heiland mit ſeinen Worten von der nahen Zukunft vorausſagte. Vor ſeinen Augen ſtand, was ſich über ein Kleines erfüllen ſollte, nämlich die blutige Ausſaat ſeines Todes auf Golgatha und ſeine Erhöhung auf den Thron der gött⸗ lichen Majeſtät zur Seligmachung der Sünderwelt. Pfingſten mit den feu⸗ rigen Zungen des Heiligen Geiſtes über den Apoſteln verkündigte der Welt die Predigt von Chriſti Tod und Auferſtehung als den göttlichen Samen zum ewigen Leben, der auf den Acker der Welt geſät und als Himmelsernte unſterbliche, mit dem Gottesblut ihres Heilandes gereinigte und geheiligte Seelen zu ſeliger Ewigkeit führt. Der Heiland ſchaut ſchon die ſelige Frucht dieſer Predigt, die dreitauſend Seelen, die die erſte Verkündigung von ihm, dem Heiland der Sünder, gewinnt. Er ſchaut das von Jeruſalem zu den Samaritern kommende Heil zu ihrer Bekehrung. Dann die Einſammlung der erſten Heidengarben im Hauſe des Cornelius in Cäſarien. Darum ſagt er: „Es iſt ſchon weiß zur Ernte. Und wer da ſchneidet, der empfähet Lohn, und ſammelt Frucht zum ewigen Leben, auf daß ſich mit einander freuen, der da ſäet, und der da ſchneidet.“ Dieſe allerſeligſte Saat und Ernte durch den Samen des Evangeliums von Chriſto JEſu iſt nun von jenem Augenblick an fortgegangen durch faſt zweitauſend Jahre. Wir Heiden von Natur, fremde und ferne von den Verheißungen, ſind durch Gottes unendliche Gnade aus dem Dornenacker der Welt gutes, geiſtliches Ackerland geworden, gewiß in der Hoffnung, einſt als Garben ſeiner Ernte fröhliche Aufnahme in die Scheuern des ſeli⸗