# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S43 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1900. 43 Denn Gott erbietet ſich reichlich und reicht die Hand dar und gibt dazu, was dazu gehört. Verachten wir's, ſo haben wir ſchon unſer Urtheil mit dem Volk Iſrael, da Jeſaia von ſagt Cap. 65, 2.: ‚Ich habe meine Hand dargeboten den ganzen Tag dem ungläubigen Volk, das mir widerſtrebet.‘ Und Spr. 1, 26.: ‚Ich habe meine Hand dargeboten, und niemand wollt's anſehen; ihr habt alle meinen Rath verachtet; wohlan, ſo will ich euer auch lachen in eurem Verderben und ſpotten, wenn über euch kommt euer Un⸗ glück‘ ꝛc. Da laſſet uns vor hüten. Sehet an zum Exempel, welch einen großen Fleiß der König Salomo hierin gethan hat; wie hat er ſich des jungen Volkes angenommen, daß er unter ſeinen königlichen Geſchäften auch ein Buch für das junge Volk gemacht hat, das da heißt Proverbiorum (Sprüchwörter)! Und Chriſtus ſelbſt, wie zieht er die jungen Kindlein zu ſich! Wie fleißig befiehlt er ſie uns und rühmet auch die Engel, die ihrer warten, Matth. 18, 2. ff., daß er uns anzeige, wie ein großer Dienſt es iſt, wo man das junge Volk wohl zieht; wiederum, wie greulich er zürnt, ſo man ſie ärgert und verderben läßt!“ (St. L. Ausg., X, 479 f.) Und endlich ſchreibt Comenius: „Betreibt dies Werk, ihr Prieſter, treue Diener JEſu Chriſti, und vertreibet das Böſe mit dem euch anvertrauten zweiſchneidigen Schwerte, mit dem Schwerte des Wortes. Denn dazu ſeid ihr eingeſetzt, das Böſe auszureißen, zu zerbrechen, zu zer⸗ ſtören und zu verderben, das Gute aber zu bauen und zu pflanzen, Jer. 1, 10. Pſ. 101, 5. Röm. 13, 4. und ſonſt. Nun ſeid ihr aber zu der Einſicht gekommen, daß man dem Böſen bei dem menſchlichen Geſchlecht nur ſo mit dem beſten Erfolge Widerſtand leiſten könne, wenn man ihm in dem erſten Lebensalter widerſteht; daß die Bäumlein, die für die Ewig⸗ keit dauern ſollen, am beſten durch Pflanzung und Erziehung neuer Pflänz⸗ linge gewonnen werden; daß dann mit dem beſten Erfolge an die Stelle Babylons ein Zion auferbaut werden könne, wenn die lebendigen Gottes⸗ ſteine, die Jugend, frühzeitig gebrochen, behauen, geglättet und dem himm⸗ liſchen Bau eingefügt werden. Wenn wir alſo wohlgeordnete und blühende Kirchen und Staaten und Hausweſen haben wollen, ſo laßt uns vor allem die Schulen ordnen und zur Blüthe bringen, auf daß ſie zu wahren und lebendigen Pflanzſtätten der Menſchen werden, zu Pflanzſchulen der Kirchen, Staaten und Haus⸗ weſen. So erſt werden wir unſer Ziel erreichen, auf andere Weiſe niemals.“ (Gr. Unterr. Lehre, S. 21 f.)