# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S42 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 42 Verhandlungen der achtzehnten Verſammlung Anſtalt in unſerm Lande iſt, in welcher Kinder zu wirklich guten Staats⸗ bürgern erzogen werden können. Denn mit den beſchriebenen Tugenden hängen alle andern zuſammen, ſoviel ihrer im bürgerlichen und geſellſchaft⸗ lichen Leben erforderlich ſind. Und ſo fordert es die Liebe zum Vaterland und ſeinen Einrichtungen, daß wir Gemeindeſchulen errichten, hegen und fördern. Wir laſſen uns nicht dadurch irre machen, daß man unſere Schulen als eine unamericaniſche und dem Gedeihen des Staates hinderliche Ein⸗ richtung angreift und verunglimpft. Wir vertheidigen ſie gerade deshalb, weil wir wiſſen, ſie ſind der beſte Hort des Staates. Wir laſſen uns keine Bennett⸗ und Edwards⸗Geſetze aufdrängen, durch welche unſre Gemeinde⸗ ſchulen zerſtört und unſre Kinder zum Beſuch der Staatsſchulen gezwungen werden ſollen unter dem Vorgeben, daß da allein der wahre Patriotismus ihnen eingepflanzt würde. Wir fordern es als ein Recht der in der Con⸗ ſtitution uns gewährleiſteten Gewiſſensfreiheit, daß wir unſre Gemeinde⸗ ſchulen haben und behalten, und zwar ohne bei ihrer Einrichtung und Füh⸗ rung vom Staat bevormundet und beſchränkt zu werden. Und wenn ſich an unſern Schulen da und dort auch mancherlei äußerliche Mängel finden; wenn wir auch keine großartigen und bequemen Gebäude, keinen ſonderlich reichhaltigen Vorrath an Lehrmitteln, keine glänzend begabten und gebilde⸗ ten Lehrer haben: wenn unſere Schulen nur die eine Aufgabe erfüllen, die Kinder in der Zucht und Vermahnung zum HErrn zu erziehen, dann haben ſie das Eine, was noth iſt, und ſtehen weit über den großartigſten Staats⸗ ſchulen. Wenn ſie eingehen, dann iſt das der ſchwerſte Verluſt, der unſer Land treffen kann; denn dann wird es bald arm werden an Bürgern, die in rechter Geſinnung die bürgerlichen Tugenden üben. Auch dies iſt ein Punkt, den Luther hervorkehrt. Er ſchreibt: „Wenn nun gleich, wie ich geſagt habe, keine Seele wäre, und man der Schulen und Sprachen gar nicht bedürfte um der Schrift und Gottes willen, ſo wäre doch allein dieſe Urſache genugſam, die allerbeſten Schulen, beide für Kna⸗ ben und Mägdlein, an allen Orten aufzurichten, da die Welt, auch ihren äußerlichen Stand zu erhalten, doch bedarf feiner, geſchickter Männer und Frauen; daß die Männer wohl regieren könnten Land und Leute, die Frauen wohl erziehen und erhalten könnten Haus, Kinder und Geſinde. Nun, ſolche Männer müſſen aus Knaben werden, und ſolche Frauen müſſen aus Mägd⸗ lein werden; darum iſt's zu thun, daß man Knäblein und Mägdlein dazu recht lehre und aufziehe.“ (St. L. Ausg., X, 476 f.) Zum Schluß höre man noch die beherzigenswerthe Mahnung unſers Vater Luther, welcher „an die Rathsherren“ ſchreibt: „Darum es hohe Noth iſt, nicht allein der jungen Leute halben, ſondern auch beide unſere Stände, geiſtlich und weltlich, zu erhalten, daß man in dieſer Sache mit Ernſt und in der Zeit dazu thue, auf daß wir's nicht hintennach, wenn wir's verſäumt haben, vielleicht müſſen laſſen, ob wir's dann gerne thun wollten, und umſonſt den Reuling uns mit Schaden beißen laſſen ewiglich.