# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S37 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1900. 37 hält es vielfach für genügend, wenn die Kinder von Gottes Wort nur gerade ſo viel lernen, daß ſie allenfalls confirmirt und als Gemeindeglieder ange⸗ ſehen werden können. Den größten Dienſt glaubt man ihnen zu erweiſen, wenn ſie nur ein möglichſt ausgedehntes weltliches Wiſſen beſitzen. Und weil ſo das Intereſſe für die chriſtliche Gemeindeſchule ſchwindet, ſo hat der Geiz ein leichtes Spiel, die Hand zu verſchließen, wenn Opfer für ihre Hebung und Förderung nöthig werden. Darauf muß denn die Predigt immerfort Rückſicht nehmen. In eigentlichen Schulpredigten ſollte etwa alljährlich die heilige Pflicht aller Eltern, ihre Kinder zu Chriſto zu führen, eingehend dargelegt werden. Und das muß dann auch dem Einzelnen im gegebenen Fall überzeugend und mit einem Herzen voll Erbarmen mit Eltern und Kindern eingeſchärft werden. Eine andere Urſache iſt wohl die, daß die Väter der Kinder, die jetzt unſere Schulen füllen ſollten, in ihrer Jugend wenig in der Gemeindeſchule gelernt haben, weil es damals noch ſehr kümmerlich damit beſtellt war. Das geben ſie ſtatt den Verhältniſſen dem Syſtem Schuld und denken noch jetzt von den Leiſtungen unſerer Gemeindeſchulen gering. Es iſt darum höchſt wichtig, die Gemeindeſchule ſo zu ſtellen, daß ſie alle billigen Anfor⸗ derungen befriedigt. Die Lehrer müſſen gut ausgebildet werden und ſich durch Privatſtudium immer mehr fortbilden. Die Schule haltenden Paſto⸗ ren ſollten in unſern Gemeinden immer mehr verſchwinden und an ihre Stelle Schullehrer treten. Gemeinden und Paſtoren müſſen darauf ſehen, daß die Schule das volle Vertrauen der Eltern verdiene. Dazu kommen noch Urſachen, die auf anderm Gebiete liegen, z. B. daß in den Städten die Schulen nicht mehr in dem Maße wie früher Miſſions⸗ ſchulen ſind. Auch ein trauriger ſocialer Zuſtand trägt Schuld an dem ge⸗ ringern Wachsthum der Schulen, nämlich das Kleinerwerden der Familien, das „Zwei und drei Kinder⸗Syſtem“. Und ſo ließen ſich noch manche Ur⸗ ſachen anführen. Beachten wir wohl die Mahnung, welche uns dieſe Theſe ans Herz legt! Laßt uns alle Hebel anſetzen, unſere Gemeindeſchulen zu pflegen, zu heben und zu fördern, damit nicht unſere lutheriſche Kirche einen Rückſchlag erleidet, von dem ſie ſich nicht wieder erholt! 5. Da nur eine chriſtliche Erziehung die wahre Grundlage aller bürgerlichen und geſellſchaftlichen Tugend bietet, ſo for⸗ dert es die Pflicht gegen unſer ganzes Volk, daß wir unſere Gemeindeſchulen hegen und fördern. Dieſe Theſe zeigt, daß die chriſtliche Gemeindeſchule auch eine für das Wohlergehen des Staates nothwendige Einrichtung iſt. Auch hier haben wir wieder nachzuweiſen, daß die Staatsſchule nicht die Einrichtung iſt,