# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S36 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 36 Verhandlungen der achtzehnten Verſammlung ja ſolch Amt nicht Ochſen noch Pferden befohlen, ſondern uns Menſchen. Wo ſoll man aber Menſchen dazu nehmen ohne bei denen, die Kinder haben? Wenn du nicht willſt dein Kind dazu erziehen, jener auch nicht, und ſo fort kein Vater noch Mutter ſein Kind unſerm Gott hiezu will geben, wo will denn das geiſtliche Amt und Stand bleiben? Die Alten, ſo jetzt darin ſind, werden nicht ewig leben, ſondern ſterben täglich dahin, und ſind keine andern da an ihrer Statt. Was wird Gott zuletzt dazu ſagen? Meinſt du, er werde deß ein Gefallen haben, daß wir ſein göttlich geſtiftet Amt, zu ſeinem Lob und Ehren und zu unſerm Heil ſo theuer erworben, ſo ſchändlich verachten und mit ſolchem Undank laſſen verfallen und untergehen?“ (St. L. Ausg. X, 425.) In derſelben Predigt ruft er allen chriſtlichen Eltern zu: „So dir Gott ein Kind gegeben hat, tüchtig und geſchickt zu ſolchem (Predigt⸗) Amt, und du erzieheſt's nicht dazu, ſieheſt allein auf den Bauch und zeitliche Nah⸗ rung, ſo nimm vor dich das Regiſter droben geſtellet (von den hohen Werken des Pfarramts) und durchlauf dasſelbe in ſeinen angezeigten guten Werken und Wundern, ſo wirſt du ſehen und finden, welch Frömmlein und Kräut⸗ lein du biſt. Denn ſo viel an dir iſt, ſo entziehſt du Gott einen Engel, einen Diener, einen König und Fürſten in ſeinem Reich, einen Heiland und Tröſter der Menſchen an Leib und Seele, an Gut und Ehre, einen Haupt⸗ mann und Ritter wider den Teufel und förderſt ihm ſein Reich, alſo daß er die Seelen in Sünden, Tod und Hölle behält und viel mehr hinein täg⸗ lich bringt, und allenthalben obliegt, die Welt in Ketzerei, Irrthum, Un⸗ friede, Krieg und Hader bleibt und täglich ärger wird; dazu Gottes Reich, chriſtlicher Glaube, die Frucht des Leidens und Blutes Chriſti, das Werk des Heiligen Geiſtes, das Evangelium und aller Gottesdienſt untergeht und aller Teufelsdienſt und Mißglaube überhand nimmt. Welches alles hätte mögen unterbleiben und verhindert, dazu auch gebeſſert werden, wo dein Kind dazu gezogen und gekommen wäre.“ (A. a. O., S. 432.) Wie ſteht es nun in unſern Kreiſen mit dem Wachsthum der Gemeinde⸗ ſchule? Wenn wir ſtatiſtiſche Vergleichungen anſtellen, ſo liegt die bemerkens⸗ werthe Thatſache uns vor Augen, daß unſere Schulen bei Weitem nicht in dem Maße gewachſen ſind wie die Gemeinden. Von jeher war der Fort⸗ ſchritt der Gemeindeſchulen ein wellenförmiger. Jetzt iſt ganz offenbar nach einer Blüthezeit für unſere Schulen wieder eine Zeit gekommen, die wir als eine Zeit des Stillſtands bezeichnen müſſen, ja, wenn wir das Wachsthum unſerer Gemeinden anſehen, wohl gar als eine Zeit des Rückgangs. Ver⸗ ſchließen wir unſere Augen ja nicht vor der Gefahr, die gerade von hier aus dem Beſtand unſerer lutheriſchen Kirche droht! Soll hier geholfen werden, ſo müſſen wir uns über die Urſachen des verhältnißmäßigen Rückgangs un⸗ ſerer Gemeindeſchulen klar werden, damit wir das Uebel an der Wurzel an⸗ faſſen. Eine Haupturſache iſt jedenfalls die immer mehr einreißende Gleich⸗ gültigkeit gegen Gottes Wort und die Geringſchätzung der himmliſchen und ewigen Güter gegenüber zeitlichen und irdiſchen Schätzen und Ehren. Man