# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S34 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 34 Verhandlungen der achtzehnten Verſammlung ſie ihren Beſtand für die Zukunft, menſchlich geredet, ſicher ſtellen, will ſie, daß an dem Ort, wo ſie jetzt beſteht, auch für die Zukunft eine Gemeinde des wahren Gottes und Heilandes JEſu Chriſti bleibe, dann kann ſie ſich nicht der Pflicht entziehen, eine Gemeindeſchule zu errichten und für ihr Gedeihen mit allen Kräften zu ſorgen. Da ſoll dann der Sohn in die Fußtapfen des Vaters, der Enkel in die des Großvaters treten. Waren dieſe treue Gemeindeglieder, ſo muß das Ziel bleiben, daß auch jene dazu erzogen werden, daß auch ſie in rechter Weiſe für die Gemeinde arbeiten. Hören wir auch hierüber Luther. Er ſchreibt im Großen Katechis⸗ mus: „Wollen wir feine, geſchickte Leute haben, beide zu weltlichem und geiſtlichem Regiment, ſo müſſen wir wahrlich keinen Fleiß, Mühe, noch Koſten an unſern Kindern ſparen, ſie zu lehren und zu erziehen, daß ſie Gott und der Welt dienen mögen, und nicht allein denken, wie wir ihnen Geld und Gut ſammeln. . . . Wenn man ſolches thäte, würde Gott uns auch reichlich ſegnen und Gnade geben, daß man ſolche Leute erzöge, daran Land und Leute gebeſſert möchten werden; dazu feine, gezogene Bürger, züchtige und häusliche Frauen, die darnach fortan fromme Kinder und Geſinde ziehen möchten. Da denke nun ſelbſt, wie mörderlichen Schaden du thuſt, wo du dir darin verſäumlich biſt und an dir läſſeſt fehlen, daß dein Kind nützlich und ſeliglich erzogen werde; dazu alle Sünde und Zorn auf dich bringeſt und ſo die Hölle an deinen eigenen Kindern verdieneſt, ob du gleich ſonſt fromm und heilig wäreſt.“ (St. L. Ausg., X, 61.) Doch die Gemeinde bedarf zu ihrem Beſtand nicht nur Hörer, ſondern auch Prediger des Worts. Solange der Befehl Chriſti gilt: „Prediget das Evangelium aller Creatur“ — und er gilt bis ans Ende der Tage — ſo lange wird es nie zu viel Prediger geben. Es iſt ein trauriges Zeichen, wenn in einer Kirche an Paſtoren eine ſogenannte Ueberproduction eintritt; ja, das Wort Ueberproduction iſt in dieſer Verbindung ein böſes, garſtiges, unchriſtliches Wort, das ſchon großen kirchlichen Schaden geſtiftet hat. Chriſtliche Prediger ſind nicht etwas, was wir machen, ſie ſind vielmehr Gaben, welche Gott der HErr uns zu unſerer Seligkeit ſchenkt. So heißt es Eph. 4, 11. 12.: „Er hat etliche zu Apoſteln geſetzt, etliche aber zu Pro⸗ pheten, etliche zu Evangeliſten, etliche zu Hirten und Lehrern, daß die Hei⸗ ligen zugerichtet werden zum Werk des Amts, dadurch der Leib Chriſti er⸗ bauet werde.“ Unter den Gaben, die der erhöhte Chriſtus den Menſchen zu ihrer Seligmachung gibt, V. 8., nennt der Apoſtel auch die Prediger. Wenn da nun einmal anſcheinend zu viele vorhanden ſind, wenn nämlich nicht alle Candidaten ſofort nach ihrem Examen einen Beruf in Händen haben, dann hüte man ſich vor dem böſen, häßlichen Worte „Ueberproduc⸗ tion“ und klage lieber über Mangel an Nachfrage. Alle Prediger und Lehrer, die uns Gott ſchenkt, haben wir nöthig; der Fehler liegt an uns, daß wir's nicht erkennen und ſie nicht beanſpruchen. Nehmen wir den Segen Gottes dankbar an, den er mit einer großen Zahl von Predigt⸗ und Schulamts⸗