# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1900. 33 Gemeindeſchule es iſt. Man kann ſich Verhältniſſe denken, und es hat ſie in Wirklichkeit gegeben, daß die chriſtliche Kirche ohne Gemeindeſchule exi⸗ ſtirte, wuchs und blieb. Es handelt ſich hier vielmehr um unſere Gemein⸗ den in den jetzigen Verhältniſſen, in einer Zeit, wo viel Secten und viel Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei, wo der grobe Unglaube im⸗ mer mehr in die breiten Volksmaſſen eindringt. Daß in dem ſteten Kampf gegen dieſe das Beſtehen der Gemeinde bedrohenden Mächte die Gemeinden erhalten bleiben, dazu iſt das Gedeihen der Gemeindeſchule nothwendig. Wenn wir vom Beſtand einer Gemeinde reden, ſo haben wir dabei zweierlei im Auge. Da nämlich eine Gemeinde aus Zuhörern des Worts und Dienern am Wort beſteht, ſo iſt ihr Beſtand nur dann geſichert, wenn der Gemeinde allezeit Glieder, Zuhörer erhalten bleiben und wenn immer Leute vorhanden ſind, die zu Dienern Chriſti und Haushaltern über Gottes Geheimniſſe wählbar ſind. Beides iſt ein Gegenſtand der Sorge für jeden Chriſten; auf beides nimmt unſere Theſe Rückſicht. Bisher haben unſere Gemeinden viele ihrer Glieder durch die Ein⸗ wanderung erhalten. Die Arbeit in der Innern Miſſion iſt zum großen Theil Arbeit an eingewanderten Lutheranern. Aus ihnen ſind unſere neuen Gemeinden, zumal im Weſten unſeres Landes, gebildet worden; ſie ſind es auch, die in den ältern Gemeinden die durch Tod und aus andern Urſachen abgehenden Glieder erſetzen. Durch dieſe Fügung Gottes, daß er aus dem alten Vaterland große Schaaren Lutheraner hierher geführt hat, ſind unſere Gemeinden und ihre Gliederzahl äußerlich erhalten worden. Hiermit wird ſelbſtverſtändlich nicht in Abrede geſtellt, daß unſere Gemeinden auch durch eigentliche Miſſionsarbeit neue Glieder gewonnen haben und aus ſich ſelbſt gewachſen ſind, und daß dies vielleicht in weit höherem Maße geſchehen iſt, als man auf den erſten Blick denkt. Der Zuzug von Einwanderern hat aber faſt ganz aufgehört und wird vorausſichtlich über kurz oder lang völlig zu ſeinem Ende kommen. Woher ſollen nun die Gemeindeglieder kommen, wenn der Zufluß von außen aufhört? Daß das für uns eine wichtige Frage iſt, wird niemand bezweifeln. Dazu kommt, daß eine Gemeinde nicht bloß Glieder braucht, ſondern auch erkenntnißreiche Glieder, die als Helfer und Regierer dem Paſtor zur Seite ſtehen, Leute, die die Verwaltung der Ge⸗ meinde gewiſſenhaft und zum Wohl des Ganzen beſorgen, die in Gemeinde⸗ verſammlungen ein gutes Wort zu rechter Zeit zu reden wiſſen, die nicht nur mit geſundem Menſchenverſtand, ſondern auch mit reicher chriſtlicher Erkenntniß ausgerüſtet ſind. Solche werden wir in künftigen Tagen noch mehr nöthig haben als in der Vergangenheit. Woher ſollen ſie kommen? Wohl wiſſen wir, daß Gottes Wort immer kräftig iſt und nie leer zurückkommt. Aber wir müſſen es auch treiben und üben, müſſen arbeiten und uns mühen, wie das in der Gemeindeſchule geſchieht. Wer die Jugend hat, dem gehört die Zukunft, dieſes Wort gilt auch von der Kirche. Will