# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S31 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1900. 31 regieren und unterweiſen! Und ſchwere Rechnung dafür muß gegeben wer⸗ den, daß wir ihnen das Wort Gottes nicht vorlegen; geſchieht ihnen, wie Jeremias klagt Klagl. 2, 11. 12.: ‚Meine Augen ſind vor Weinen müde geworden, mein Eingeweide iſt erſchrocken, meine Leber iſt ausgeſchüttet auf die Erde um des Verderbens willen der Töchter meines Volks, da die Jungen und Kindlein verdarben auf allen Gaſſen der ganzen Stadt. Sie ſprachen zu ihren Müttern: Wo iſt Brod und Wein? Und verſchmachteten als die Verwundeten auf der Straße der Stadt und gaben den Geiſt auf im Schooß ihrer Mütter.‘ Dieſen elenden Jammer ſehen wir nicht, wie auch jetzt das junge Volk mitten in der Chriſtenheit verſchmachtet und erbärmlich verdirbt Gebrechens halben des Evangeliums, das man mit ihnen immer treiben und üben ſollte. . . . Wo aber die heilige Schrift nicht regieret, da rathe ich für⸗ wahr niemand, daß er ſein Kind hinthue. Es muß verderben alles, was nicht Gottes Wort ohne Unterlaß treibet.“ (St. L. Ausg., X, 341.) Auch Comenius hat hierüber beherzigenswerthe und auf die Schrift gegründete Worte geſprochen. Er ſchreibt: „Wenn irgend einer ſich finden ſollte, der einen Rath geben oder erdenken oder mit Flehen und Seufzern, mit Thränen und Zähren zu Gott darum bitten kann, das Verfahren zu weiſen, wie für die heranwachſende Jugend möglichſt gut geſorgt werden könne, ſo ſchweige er nicht, ſondern rathe, denke, bete. Verflucht ſei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege, ſagt Gott, 5 Moſ. 27, 18.; verflucht alſo auch derjenige, der, wenn er einen Blinden vom Irrwege zurückführen kann, ihn nicht zurückführt. Wehe demjeni⸗ gen, der einen von dieſen Geringſten ärgert, ſagt Chriſtus, Matth. 18, 6. 7.; wehe alſo auch demjenigen, der das Aergerniß beſeitigen kann und nicht beſeitigt. Wenn du deines Feindes Ochſen oder Eſel begegneſt, daß er irret, ſo ſollſt du ihm denſelben wieder zuführen, 2 Moſ. 23, 4. Vgl. 5 Moſ. 22, 1., und es ſoll Gott gefallen, wenn wir, die wir nicht etwa rohe Thiere, ſondern vernünftige Geſchöpfe, nicht etwa bloß den einen oder andern, ſondern die ganze Welt irren ſehen, ſorglos vorbeigehen und nicht Hand anlegen! Das ſei ferne! Verflucht ſei, der des HErrn Werk läſſig thut; verflucht ſei, der ſein Schwert aufhält, daß es nicht Blut vergieße, Jer. 48, 10., und wir ſollten hoffen, außer Schuld zu ſein, wenn wir das abſcheuliche Babel unſerer Zerrüttung mit Sorgloſigkeit ertragen? Ach, ziehe dein Schwert, der du eins umgürtet haſt, oder der du weißt, in welcher Scheide es verborgen ſteckt, und damit Jehova dich ſegne, fördere die Aus⸗ rottung Babylons.“ (Gr. Unterr. Lehre, S. 20 f.) 4. In der vierten Theſe wird der Kreis weiter gezogen, indem wir von der Nothwendigkeit der chriſtlichen Gemeindeſchule für die Kirche, und zwar für den Beſtand der Kirche reden. Dieſe Theſe lautet: [Am Rand: handgezeichnete Tintenklammer „)“ nach „treibet.“ am Ende des Luther-Zitats — nicht gedruckt.]