# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S26 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 26 Verhandlungen der achtzehnten Verſammlung Dazu kommt, daß die chriſtliche Gemeindeſchule, um die Erziehung nach allen Seiten hin recht zu betreiben, auch die weltlichen Wiſſenſchaften in ihr Bereich ziehen muß. Es gibt in manchen unſerer Gemeinden ſogenannte Religionsſchulen, in welchen einige Wochen oder Monate hindurch nur Reli⸗ gionsunterricht ertheilt wird. Das iſt nicht das, was wir unter einer Ge⸗ meindeſchule verſtehen. Die Gemeindeſchule ſoll die Kinder erziehen, wie ſie überhaupt ſein ſollen, nicht bloß für das himmliſche, ſondern auch für das irdiſche Leben, ſoll ſie nicht bloß zu Gott führen durch den Glauben an JEſum Chriſtum, ſondern auch lehren, wie ſie dieſen Glauben in der Liebe zum Nächſten beweiſen; ſoll ihnen nicht nur Kräfte eines neuen Lebens mit⸗ theilen, ſondern ſie auch befähigen, dieſe Kräfte in rechter Weiſe in dem Dienſt Gottes und des Nächſten zu gebrauchen. Es iſt Gottes Wille, daß die Gaben, welche er unſern Kindern verliehen hat, ausgebildet und ent⸗ wickelt werden. Darum müſſen ſie auch in weltlichen Wiſſenſchaften wohl unterrichtet werden. Nur dann iſt eine Gemeindeſchule vollſtändig, wenn ſie zum wahren Chriſtenthum ſo erzieht, daß die Schüler auch zur Ausübung ihres irdiſchen Berufes tüchtig gemacht werden. Da möchte jemand fragen: Warum können wir aber nicht wenigſtens in weltlichen Wiſſenſchaften unſere Kinder in der Staatsſchule unterrichten laſſen, wenn wir nebenher für ihre Unterweiſung in Gottes Wort durch eine Religionsſchule ſorgen? Iſt denn ein Unterſchied zwiſchen jenem Unterricht in den Freiſchulen und Gemeindeſchulen? Wir antworten: Allerdings iſt da ein Unterſchied, und zwar ein gewaltiger. Zwar unterrichtet die Ge⸗ meindeſchule in derſelben Weltgeſchichte, in derſelben Geographie, in der⸗ ſelben Naturgeſchichte. Aber ſie ertheilt dieſen Unterricht im Sinn und Geiſt der heiligen Schrift. Sie führt die Kinder überall auf Gott als die erſte Urſache zurück; in der Naturgeſchichte lehrt ſie ihn erkennen als den allmächtigen Schöpfer und Erhalter aller Dinge, deſſen Güte und Weisheit in der ſichtbaren Natur allenthalben zu Tage tritt; in der Geographie zeigt ſie, wie wunderbar Gott der HErr die Erde geſchaffen, geordnet und einge⸗ richtet hat; in der Weltgeſchichte weiſt ſie darauf hin, daß Gott der HErr die Völker zu dem mache, was ſie ſind, daß er ihre Geſchichte nach ſeinem Rath und Willen lenkt. In der americaniſchen Geſchichte inſonderheit wird nicht Waſhington, Lincoln und andern bedeutenden Männern und großen Helden es zugeſchrieben, daß unſere Vereinigten Staaten die hohe Stufe im Rathe der Völker erklommen haben, auf der ſie jetzt ſtehen, ſondern es wird gezeigt, daß dieſe Männer unter Gottes Regierung und Führung das geleiſtet haben, was ſie an großen Dingen gethan, daß Gott der HErr ſie zur rechten Zeit an ihren Ort geſtellt und die Wege für ſie geebnet hat. Müſſen nun die weltlichen Wiſſenſchaften im Sinn und Geiſt der Schrift, nicht aber im Sinn und Geiſt der Zeit und der verderbten Vernunft gelehrt werden, wenn anders die Kinder nicht auf ganz verkehrte Bahnen gerathen und am Glauben Schiffbruch leiden ſollen, ſo kann nur eine vollſtändige