# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S23 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1900. 23 wieder von ruchloſer Hand ihnen genommen werde, was ſie bekommen haben, daß vielmehr ihr geiſtliches Leben durch dies geringe Maß geiſtlicher Nahrung wachſe. Deshalb denken wir noch nicht: Was für jene genug ſein muß, reicht für unſre Kinder aus. Sodann wie leicht kann es geſchehen, daß die Kinder, welche in der chriſtlichen Wochenſchule das Brod des Lebens reichlich genießen, am Sonn⸗ tag in elende Suppenanſtalten gerathen, wo es unreinlich zugeht, wo eine ungeſunde Luft weht, wo ſogar Gift gereicht wird: daß nämlich unſre Kinder in eine, auch wohl zwei oder drei falſchgläubige Sonntagsſchulen gelockt werden. Sollte da eine chriſtliche Gemeinde zu tadeln ſein, wenn ſie, um ihre Kinder davor zu bewahren und bei ſich zu behalten, für ſie neben Wochenſchule und Chriſtenlehre auch eine Sonntagsſchule einrichtet als einen Kindergottesdienſt? Die Verhältniſſe liegen an verſchiedenen Orten verſchieden und können an demſelben Ort ſich ſchnell ändern. Im Allgemeinen darf man aber ſagen: Wo in unſern Gemeinden Sonntagsſchulen neben Wochenſchule und Chriſtenlehre errichtet wurden, da hat man zwar mancher Orts Ent⸗ täuſchungen erlebt und trübe Erfahrungen gemacht, an andern Orten aber hat ſich die lutheriſche Sonntagsſchule als ein herrliches Miſſionsmittel bewährt. Vergeſſen wir es jedoch nicht: Auch durch die allererfreulichſten Erfahrungen wird der Satz nicht umgeſtoßen, daß die Sonntagsſchule nicht ausreichend iſt für die chriſtliche Erziehung der Jugend. Luther ſagt nicht bloß: „Wo die heilige Schrift nicht regieret, da rathe ich fürwahr niemand, daß er ſein Kind hinthue“, ſondern er ſetzt auch hinzu: „Es muß verderben alles, was nicht Gottes Wort ohne Unterlaß treibet.“ (St. L. Ausg., X, 341.) Dasſelbe, was unſre Theſe von der Sonntagsſchule ſagt, gilt nun auch vom Confirmandenunterricht. Manche Familien, namentlich auf dem Land, tröſten ſich mit dem Gedanken, daß ihre Kinder da den beſten und ausgeſuchteſten Unterricht in der Religion bekommen, und daß es daher nichts ſchade, wenn ſie auch bis zum zwölften Jahr in Unwiſſenheit geiſt⸗ licher Dinge aufwüchſen. Zwar ſteht der Confirmandenunterricht weit über der Sonntagsſchule auch in ihrer beſten Form. Soll er doch die Krone eines lange und gut ausgeführten Religionsunterrichts bilden. Bei dem Lehrer der Confirmanden kann man eine tiefe Erkenntniß der Wahrheit, eine herz⸗ liche Glaubensſtellung, einen brennenden Eifer vorausſetzen, wie denn auch die Erfahrung zeigt, daß die Paſtoren gerade dieſe vielfach ſchwere Arbeit mit beſonderer Liebe aufnehmen und zu Ende führen. Ein Paſtor hat auch das Geſchick zum Unterrichten und iſt alſo wohl im Stande, den Zweck des Unterrichts zu erreichen. Aber dieſer Zweck beſteht eben nicht darin, den Kindern das Abc des chriſtlichen Glaubens beizubringen. Man hat ja oft genug Gelegenheit zu beobachten, wie es geht, wenn Eltern ihre Kinder ohne alle Kenntniſſe des göttlichen Worts oder doch nur mit den allernothdürf⸗