# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S21 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1900. 21 abgeben. Und wenn dann noch der etwaige gute, ſegensreiche Einfluß der Sonntagsſchule durch die weltliche Wochenſchule untergraben, wohl gar zu nichte gemacht wird, was ſoll ſchließlich aus den armen Kindern werden? Kurz, wo in einer Gemeinde die Sonntagsſchule ganz an die Stelle der chriſtlichen Wochenſchule tritt, da wird nicht das Wort Gottes Col. 3, 16. erfüllt: „Laſſet das Wort Chriſti unter euch“, den Kindern wie den Alten, „reichlich wohnen.“ Auf eine ſolche Gemeinde findet das Wort des Apoſtels an die Gemeinde in Corinth keine Anwendung: „Ihr ſeid an allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre, und in aller Erkenntniß, alſo, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe.“ 1 Cor. 1, 5.7. Gerade in jüngſter Zeit hört man dann auch aus den Kreiſen, in denen die Sonntagsſchule das einzige religiöſe Erziehungsinſtitut iſt, viele Klagen über die große Unkenntniß der Jugend in göttlichen Dingen. Dafür nur einige Beiſpiele. Der “Presbyterian” erzählte im Jahre 1897, daß in einer presbyterianiſchen Sonntagsſchule in Los Angeles, Cal., welche aus 280 Mitgliedern, Lehrern und Schülern, beſteht, ein Preis ausgeſetzt wurde für denjenigen, welcher ohne weitere Vorbereitung die zehn Gebote ohne Fehler würde herſagen können. Vier wagten es, keiner erhielt den Preis! Der “Churchman”, ein Blatt der Episkopalen, erzählt in ſeiner Nummer vom 16. December 1899: Auf der Harvard⸗Univerſität ſtellte ein Student in dem Univerſitäts⸗Fragekaſten die Frage: „Wo finde ich etwas über Simſon?“ Die Antwort lautete: „Im Buch der Richter.“ Am nächſten Tage fragte der erſte weiter: „Wo finde ich das Buch der Richter?“ und es mußte ihm erſt mitgetheilt werden, daß es ein bibliſches Buch ſei. Auf einer höheren Schule für Mädchen ſtellte eine Schülerin die Frage: „Was ſind eigentlich die zehn Gebote, die ich ſo oft bei dem Dichter Chaucer er⸗ wähnt finde?“ Durch viele Zeitungen gingen vor einiger Zeit die Er⸗ hebungen, welche Dr. C. F. Thwing, Präſident der Western Reserve University, anſtellte. Von den 85 Studenten, denen der Fragebogen vor⸗ gelegt wurde, wußte der vierte Theil nichts von der Dornenkrone und vom Manna; etwa 30 konnten über das Schlagen des Felſens, den Engel, der mit Jakob rang, und über die Jakobs⸗Leiter keine Auskunft geben; etwa 40 konnten ſich der Geſchichte Eſaus, Ruths, des Kainszeichens und des Engels im leeren Grabe nicht erinnern. Merkwürdiger Weiſe wußten alle Mädchen außer dreien von Lots Weib zu erzählen und alle außer zehn von der Schlange, während 22 von den 34 jungen Männern von beiden nichts wußten. Hiskias Schatten blieb 75 von den 85 unlösbar, Jonas Kürbis brachte 66 zum Verſtummen, während Joſuas Mond und das Leinentuch des Petrus je 60 Opfer fanden. Will man auch gerne zugeben, daß man aus ſolchen Beiſpielen einer wahrhaft haarſträubenden Unkenntniß der bibliſchen Geſchichte, des Haupt⸗ gegenſtandes im Sonntagsſchulunterricht, noch keinen auf alle Sonntags⸗ ſchüler paſſenden Schluß ziehen könne, ſo zeigen ſie doch ohne allen Wider⸗