# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 18 Verhandlungen der achtzehnten Verſammlung Steht es nun aber in einer Schule ſo, daß die chriſtliche Religion grundſätzlich auf ihrem Stundenplan fehlt, daß ſie Gottes Wort als Er⸗ ziehungsmittel verwirft, daß ſie ſich endlich auch nicht das rechte Ziel ſtellt, ſo fehlt einer ſolchen Schule nicht bloß etwas, was ſie haben ſollte, ſon⸗ dern dieſer Mangel ſchließt noch mehr in ſich. Daß des Wortes Gottes und des Heilandes geſchwiegen wird, iſt ein Zeugniß wider Gottes Wort und wider Chriſtum. Wenn ein Kind Wochen und Jahre lang von ſeinen Lehrern auch nicht ein Wörtlein von Chriſto hört, ſo muß ja die Ueber⸗ zeugung in ihm großgezogen werden: Chriſtum brauche ich nicht, wenn ich nur habe, was hier gelehrt wird. Und wenn nun ſchon dies Schweigen vom chriſtlichen Glauben gefährlich iſt für das geiſtliche Leben unſerer Kin⸗ der, was ſoll man ſagen, wenn man bedenkt, daß faſt allerorts der Unter⸗ richt in den Staatsſchulen von dem Zeitgeiſt, dem modernen Unglauben durchſeucht iſt? Die Afterweisheit des Darwinismus, Pantheismus und Materialismus findet ſich in den Lehr⸗ und Leſebüchern; denn dieſe ſollen ja auf der Höhe der Wiſſenſchaft ſtehen; ſie wird auf den Lehrerverſamm⸗ lungen, den Institutes, vorgetragen und kommt von da wieder in die Schule. Auch die Fächer, welche, wenn ganz objectiv gelehrt, der Verherr⸗ lichung des Schöpfers und Erhalters der Welt dienen, wie Geographie, Ge⸗ ſchichte und Verwandtes, treten in den Dienſt des Unglaubens. So wird die religionsloſe Schule vielfach zur Bekämpferin der chriſtlichen Religion. Wenn daher ein chriſtlicher Vater fragt: Kann ich die Staatsſchule be⸗ nutzen und meine Kinder dahin ſenden? ſo muß die Antwort lauten: Wer ſeine Kinder dahin thut, der bringt ſie in große Gefahr, an ihrer Seele Schaden zu nehmen und gänzlich zu verderben. Die Gefahr iſt ſo groß, daß man chriſtliche Väter gar nicht ernſtlich genug davor warnen kann, doch ja ihre Kinder nicht leichtſinniger und vermeſſener Weiſe in dieſe Gefahr zu ſtürzen. Wenn ſie aber dieſe Schulen benutzen müſſen, ſo ſollen ſie ja den darin drohenden Gefahren bei ihren Kindern allen Ernſtes entgegenarbeiten und mit ganz beſonderer Andacht über ihnen die beiden letzten Bitten des Vater⸗Unſers beten. Sie dürfen ſich nicht damit begnügen wollen, daß ſie ſagen: Ich habe mein Kind gewarnt, oder: Es hat ja gelernt, was es glauben und wie es wandeln ſoll. Gerade der kindliche Geiſt nimmt ſo leicht etwas Neues auf. Und die Lüge, zumal wenn ſie in beſtrickender Form dargeboten wird, findet bei dem Menſchen, auch bei dem Chriſten⸗ kinde, oft leider nur zu fruchtbaren Boden. Fragen wir aber: Kann die Staatsſchule, wie ſie iſt, dem chriſtlichen Hauſe das bieten, was es zur Er⸗ ziehung ſeiner Kinder braucht? ſo muß die Antwort ein entſchiedenes Nein ſein. Sie kommt dem Bedürfniſſe des chriſtlichen Hauſes nicht entgegen, ſteht ihm vielmehr meiſt ſchnurſtracks entgegen. Unſere Theſe redet weiter von zwei Inſtituten, welche von der Kirche ausgehen, der Sonntagsſchule und dem Confirmandenunterricht. Beide haben die Religion zum eigentlichen Unterrichtsgegenſtande und unter⸗