# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1900. 9 ſeiner Jungen nicht wartet und lehrt, was ihnen gebührt. . . . Und was hilft's, daß wir ſonſt alles hätten und thäten und wären gleich eitel Heilige, ſo wir das unterwegen laſſen, darum wir allermeiſt leben, nämlich des jungen Volks pflegen? Ich achte auch, daß unter den äußerlichen Sünden die Welt vor Gott von keiner ſo hoch beſchwert wird und ſo greuliche Strafe verdient, als eben von dieſer, die wir an den Kindern thun, daß wir ſie nicht ziehen.“ (A. a. O., S. 465.) Sehr ſchön und wahr ſchreibt der im ſiebzehnten Jahrhundert lebende fromme, wenn auch nicht in allen Stücken rechtgläubige Befürworter eines gründlichen Schulunterrichts Comenius: „Das lehrt uns vor allem die heilige Schrift, daß kein anderes Mittel unter dem Himmel, um die menſch⸗ liche Verderbniß zu beſſern, wirkſamer iſt, als eine richtige Erziehung der Jugend. So geht Salomo alle Irrgänge der menſchlichen Fehler durch, und nachdem er darüber geklagt, daß die Verkehrtheiten nicht gebeſſert, noch die Mängel gezählt werden können, wendet er ſich endlich an die Jünglinge mit der eindringlichen Mahnung, daß ſie ihres Schöpfers gedenken, ihn fürchten und ſeine Gebote halten, denn das gehöre allen Menſchen zu, Pred. 12, 1. 13. Und an einem andern Ort ſagt er: Wie man einen Knaben gewöhnt, ſo läßt er nicht davon, bis er alt wird, Spr. 22, 6. Deshalb David: Kommt her, Kin⸗ der, höret mir zu; ich will euch die Furcht des HErrn leh⸗ ren, Pſ. 34, 12. Aber auch der himmliſche David ſelbſt, der wahrhaftige Salomo, der ewige Sohn Gottes, um uns neu zu geſtalten vom Himmel geſandt, hat uns denſelben Weg gleichſam mit ausgeſtrecktem Finger ge⸗ wieſen in den Worten: Laßt die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn ſolcher iſt das Reich Gottes, Marc. 10, 14. Zu uns Uebrigen aber ſprach er: Es ſei denn, daß ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, ſo werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen, Matth. 18, 3.“ (Große Unterrichtslehre, überſetzt von Dr. C. Th. Lion. 4. Aufl., S. 16.) Dieſe Pflicht der Eltern ihren Kindern gegenüber iſt zugleich ein herr⸗ liches Recht, das ihnen niemand nehmen oder verkürzen darf. In unſerer Zeit beanſprucht der Staat vielfach die Erziehung der Kinder als eine ihm zukommende Aufgabe. Wenn er auch dies vermeintliche Recht nicht in der⸗ ſelben Weiſe zur Geltung zu bringen ſucht, wie dies vor Jahrhunderten in Sparta geſchah, wo die Knaben im ſiebenten Jahr ihren Eltern weggenom⸗ men und in ſtaatlichen Schulen aus ſtaatlichen Mitteln nach ſpartaniſchen Grundſätzen erzogen wurden, ſo läuft es doch auf dasſelbe hinaus, wenn heut zu Tage von vielen der Grundſatz aufgeſtellt und vertheidigt wird, daß die Kinder Eigenthum des Staates ſeien, und daß daher dem Staate in erſter Linie die Schulung und Erziehung der Kinder obliege. Es iſt das aber ein durchaus verkehrter Grundſatz. Der Staat überſchreitet damit ſeine Grenzen. — Und wenn eine Gemeinde eine chriſtliche Gemeindeſchule