# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1900_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Verhandlungen der achtzehnten Verſammlung den Eltern geſchärft wird. Man denke nur an Eph. 6, 4.: „Ihr Väter, ziehet eure Kinder auf in der Zucht und Vermahnung zu dem HErrn.“ Das iſt eine nöthige Mahnung, weil Eltern, auch chriſt⸗ liche Eltern, vermöge ihres alten Adams über lauter Sorge für den Leib und das irdiſche Fortkommen ihrer Kinder deren Seelen zu verwahrloſen leider nur allzu geneigt ſind. Und doch iſt und bleibt der Eltern erſte Pflicht die chriſtliche Erziehung ihrer Kinder. Das hat unſer Bekenntniß auch ausgeſprochen. Im Großen Kate⸗ chismus heißt es: „Denn wollen wir feine, geſchickte Leute haben, beide zu weltlichem und geiſtlichem Regiment, ſo müſſen wir wahrlich keinen Fleiß, Mühe, noch Koſt an unſern Kindern ſparen, ſie zu lehren und erziehen, daß ſie Gott und der Welt dienen mögen, und nicht allein denken, wie wir ihnen Geld und Gut ſammeln, denn Gott kann ſie wohl ohne uns nähren und reich machen, wie er auch täglich thut. Darum aber hat er uns Kin⸗ der gegeben und befohlen, daß wir ſie nach ſeinem Willen auferziehen und regieren, ſonſt dürfte er Vater und Mutter nirgend zu. Darum wiſſe ein jeglicher, daß er ſchuldig iſt bei Verluſt göttlicher Gnade, daß er ſeine Kin⸗ der vor allen Dingen zur Gottesfurcht und Erkenntniß ziehe und, wo ſie geſchickt ſind, auch etwas lernen und ſtudiren laſſe, daß man ſie, wozu es noth iſt, brauchen könnte.“ (Müller, S. 418.) Luther führt in ſeiner Schrift „An die Rathsherren aller Städte Deutſchlands, daß ſie chriſtliche Schulen aufrichten und halten ſollen“, vom Jahr 1524 einige Urſachen an, warum Eltern ſich nicht mit dem Unterricht in weltlichem Wiſſen und Können begnügen, ſondern ihre Kinder vor allem in Gottes Wort unterweiſen ſollen. Er ſagt da unter anderm: „Die dritte (Urſache) iſt wohl die allerhöchſte, nämlich Gottes Gebot, der durch Moſe ſo oft treibt und fordert, die Eltern ſollen die Kinder lehren, daß auch der 78. Pſalm, V. 4. f., ſpricht: ‚Wie hat er ſo hoch unſern Vätern geboten, den Kindern kund zu thun und zu lehren Kindes Kind.‘ Und das weiſt auch aus das vierte Gebot Gottes, da er der Eltern Gehorſam den Kindern ſo hoch gebeut, daß man auch durchs Gericht tödten ſoll ungehorſame Kin⸗ der, 5 Moſ. 21, 21. Und warum leben wir Alten, denn daß wir des jungen Volks warten, lehren und aufziehen? Es iſt nicht möglich, daß ſich das tolle Volk ſollte ſelbſt lehren und halten; darum hat ſie uns Gott befohlen, die wir alt und erfahren ſind, was ihnen gut iſt, und wird gar ſchwere Rechnung von uns für dieſelben fordern. Darum auch Moſe be⸗ fiehlt, 5 Moſe 32, 7., und ſpricht: ‚Frage deinen Vater, der wird dir's ſagen, die Alten werden dir's zeigen.‘“ (St. L. Ausg., X, 464.) Er fährt dann fort: „Wiewohl es Sünde und Schande iſt, daß es mit uns dahin kommen iſt, daß wir allererſt reizen und uns reizen ſollen laſſen, unſere Kinder und junges Volk zu ziehen und ihr Beſtes bedenken; ſo doch dasſelbe uns die Natur ſelbſt ſollte treiben und auch der Heiden Exempel uns mannigfaltig weiſen. Es iſt kein unvernünftig Thier, das