# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1898_S44 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 44 Verhandlungen der ſiebzehnten Verſammlung unſere Miſſionare die Feindſchaft der chriſtlichen Weißen um ihres Liebes⸗ werkes willen an den Negern bitterer haben erfahren müſſen, da tröſtet ſie Gott auch wieder reichlicher dadurch, daß er dieſe Feinde öffentlich bekennen läßt: „Die lutheriſchen Neger ſind beſſere Chriſten als alle andern ihrer Kirchengemeinſchaften.“ Die vornehmen Frauen in den weißen Gemeinden, die unſere Miſſionarsfrauen keines Grußes auf der Straße würdigen, müſſen gleichwohl bekennen: „Wollen wir fromme und getreue Knechte und Mägde haben, ſo müſſen wir ſolche Neger nehmen, welche in der lutheriſchen Schule erzogen und Glieder der lutheriſchen Gemeinden ſind. Keine andern Ge⸗ meinden nehmen es ſo ſtreng mit dem chriſtlichen Wandel ihrer Glieder, wie die lutheriſchen.“ Neger anderer Kirchen ſagen es frei heraus: „Wenn wir eine gute Predigt aus der Bibel hören wollen, ſo müſſen wir in die lutheriſche Kirche gehen.“ Ja, ſie bekennen: „Gerne wollten wir uns auch dieſer Gemeinde anſchließen, aber wir fürchten, wir können nicht ſo fromm leben, wie da gefordert wird.“ — Der allgemeine Haß, mit dem die Miſſio⸗ nare in dieſem Staate empfangen wurden, und der Hohn und die bittere Verfolgung, welche die Neger, die ſich zur lutheriſchen Miſſion hielten, von andern Negern erfahren mußten, weicht nicht nur mehr und mehr, ſondern macht einer Anerkennung, man möchte faſt ſagen, Hochachtung gegen Gottes Wort unter Weißen und Negern Platz. Zum erſtenmal tritt ihnen hier entgegen die Autorität göttlichen Wortes auf der Kanzel und in der Ge⸗ meinde und die nach Gottes Wort geübte Zucht, davon ſie niemals etwas zuvor geſehen, gehört, noch gewußt haben. Nun kommen die Sectenpredi⸗ ger zum lutheriſchen Paſtor gelaufen und holen ſich Rath aus Gottes Wort und bekennen, noch nie ſo viel Licht über den chriſtlichen Glauben empfangen zu haben, als von ihnen. Von Paſtoren, Lehrern, Profeſſoren und Doctoren werden jetzt die zu⸗ vor ſo tief verachteten lutheriſchen Negergottesdienſte beſucht. — Die luthe⸗ riſche Negerkirche und⸗Schule baute Paſtor Bakke in Concord mitten in das Quartier, in dem die verworfenſten Neger wohnten und ihre ſchauerlichen nächtlichen Orgien hielten. Heute iſt das ganze Stadtviertel von dieſem Auswurf befreit und eine geſittete, chriſtliche Negerbevölkerung wohnt jetzt dort. Die ganze Stadt erkennt und freut ſich dieſes Segens der luthe⸗ riſchen Miſſion. Und dieſe Mittheilungen haben wir nicht von unſern Miſſionaren ſelbſt, ſondern von unſern Viſitatoren, welche dieſe Stationen beſucht und gewiſſenhafte Einſicht in die treue und geſegnete Arbeit unſerer Miſſionare genommen haben. Wie, ſollten wir nicht mit Freuden aus⸗ rufen: O ſeliger Sauerteig, der ein ſolch Himmelreich unter einem Volk an⸗ richtet, das auf ſo tiefer Stufe des Aberglaubens und Unglaubens, in ſolcher Todesnacht der Sünde und des Laſters verſunken iſt! — Miſſionar Bakkes Station in Concord zählt 175 Seelen, 90 Wochen⸗ und 110 Sonntagsſchüler. Jahrelang verſorgte er noch die Stationen Rimertown, Mount Pleaſant, Gold Hill und Rockwell. Erſt