# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1898_S41 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1898. 41 mit tödtlicher Feindſchaft empfangen, ſie wie wilde Thiere von Stadt zu Stadt, von Land zu Land verfolgt, aber ſiehe, ſie haben ſich als der him⸗ liſche Sauerteig erwieſen voll göttlicher Kraft und ewigen Lebens, der die Welt durchſäuert und ein Himmelreich unter den Menſchen gepflanzt hat, darin Sünder zu Gnade und Heil, zu Frieden und Seligkeit kommen, daß es auch die feindſelige Welt mit Staunen und Verwunderung ſehen muß. Die Erfüllung der Worte unſers Gleichniſſes tritt uns auch in unſerer Negermiſſion vor Augen, ſeit ihrer Gründung vor 21 Jahren, ſonderlich aber auch in den letzten zwei Jahren, über welche wir der ehrwürdigen Syno⸗ dalconferenz Bericht zu erſtatten haben. Sauerteigartig, das heißt, unſchein⸗ bar und verächtlich war ihr Anfang und ſo iſt ihr Fortgang geblieben bis zum heutigen Tage. Nicht nur die gottfeindliche Welt ſieht mit Zorn auf dies Gotteswerk und fragt verächtlich: Was ſoll dieſer Unrath? Auch aus Chriſtenmund hört man die ſtolze Rede: Ich kann mich für die Negermiſſion nicht begeiſtern. Sie iſt ein überflüſſig gut Werk! — Und das ſind nicht bloß Worte. Unſere Miſſionare erfahren ſie als Thatſachen. Sie ſind mit ihren Frauen um dieſes ihres göttlichen Amtes willen an den Negern von der beſſeren, das iſt, vornehmeren Bevölkerung des Südens Verſtoßene, Geächtete. Die Hotels weigern ihnen Sitz an ihrer Tafel, ein Bett zur Nachtruhe. Kein freundlicher Gruß wird ihren Frauen auf der Straße zu Theil. Dazu liegen Aergerniſſe, Sünde und Tod auch auf dieſem Gotteswerk und berichten davon auch die letzten beiden Jahre. Der ſchmäh⸗ liche Abfall Miſſionar Meyers in Salisbury von der Wahrheit zu dem greulichen Irrthum der Baptiſten vollzog ſich kurz vor der letzten Verſamm⸗ lung der ehrwürdigen Synodalconferenz und ſeine böſen Folgen ſind heute noch nicht erloſchen. Unmittelbar vor derſelben Verſammlung hatte auch der Tod unſern älteſten, in hingebendem Dienſte ſo treu bewährten Miſ⸗ ſionar Bakke ſeiner treuen Lebensgefährtin beraubt und heute müſſen wir berichten, daß demſelben vor einigen Tagen auch ſein einzig Kind, die faſt 18jährige Tochter, durch den Tod entriſſen wurde. Einſam und allein ſteht er nun mit faſt gebrochener Geſundheit in ſeiner ſchweren Arbeit. Einen andern ſchweren Verluſt erlitt die Miſſion durch den Tod des Neger⸗ ſtudenten Im. Burthlong. Er war eben im Begriff, im Seminar zu Spring⸗ field ſein theologiſches Examen zu machen. Er hatte während ſeiner Studien⸗ zeit ſich treu an der Arbeit der dortigen Negerſtation betheiligt; die Neger hatten großes Vertrauen zu ihm. Es war die Abſicht, daß er dieſe Station übernehmen ſollte, und mit großen Hoffnungen auf eine geſegnete Wirkſam⸗ keit daſelbſt ſahen wir für dieſe zweimal zuvor durch untreue Miſſionare be⸗ trogene Gemeinde in die Zukunft. Die reiche Begabung, der treue Fleiß, das aufrichtige Glaubensleben dieſes Mannes berechtigten zu den größten Hoffnungen. Aber anders waren Gottes Gedanken. Die galopirende Schwindſucht raffte ihn in kurzer Zeit dahin. Ein zweiter Negerſtudent in dieſem Seminar, bisher untadelig, wohlbegabt, fleißig, iſt zu Fall gekommen