# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1898_S40 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 40 Verhandlungen der ſiebzehnten Verſammlung Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“, — ſo iſt es auch mit Chriſti Himmelreich auf Erden. Einem „Sauerteige“ vergleicht es der HErr in den angeführten Worten. Konnte er einen geringeren, wir möchten ſagen, verächtlicheren Vergleich machen? Was iſt ein wenig Sauerteig? Es iſt noch unſcheinbarer, geringer als das Samenkorn. Das hat doch Leben in ſich, wiewohl es auch erſt erſterben muß, ehe es Frucht bringen kann. Aber der Sauerteig iſt eigentlich etwas ſchon in Verweſung Uebergegangenes, dem Tode Verfallenes. Und wie, dem iſt das Himmelreich Chriſti gleich? Ja, ſo ſpricht der HErr und damit ſtellt er uns ein nur zu wahres, freilich zugleich tiefdemüthigendes Bild der Kirche, wie ihrer einzelnen Glieder vor Augen. Denn allerdings erſcheint die Kirche in dieſer Welt oft gar gering. Es ſind wenig Weiſe, Reiche, Mächtige der Erde, die zu ihr gehören, ſondern meiſt die Armen und Verachteten. Sie erſcheint als eine Elende und Verlaſſene, über die alle Wetter gehen, die jeden Tag ihrem endlichen Untergang entgegenſieht. Oft iſt ſie mit Sünde und Aergerniß bedeckt, wie mit Waſſerfluthen. So iſt es aber auch mit dem einzelnen Chriſten. Auch von ſeiner göttlichen Herrlichkeit iſt oft wenig zu ſchauen. Er heißt Gottes Kind und iſt und bleibt doch ein Sünder in ſich und ſein Letztes auf Erden iſt auch Tod und Grab. Höhniſch ruft ihm die Welt zu: Was, ſeid ihr Chriſten beſſer als wir? Sünder ſeid ihr, wie wir, und Tod und Grab verſchlingen euch zuletzt auch gerade wie uns! Ja, fürwahr, das Bild des Sauerteiges trifft zu bei der Kirche und ihren Gliedern. Wir tragen äußerlich den Sold der Sünde, den Tod, an uns, wie die Welt. Aber es iſt doch nur dem äußeren Schein nach. Wie der Sauerteig in ſich birgt Kräfte des Lebens und, das Mehl durchſäuernd, köſtliches Brod voll Nahrung, Kraft und Leben ſchafft, alſo iſt es mit dem himmliſchen Sauerteig der Kirche Chriſti auf Erden. Was ihr Tod ſcheint, iſt die Offenbarung ihres Lebens und ihrer Seligkeit und das Grab iſt des Leibes Ruhekammer zur Auferſtehung in die Herrlichkeit. Ja, Chriſti Reich auf Erden weiß nichts von Tod, Grab, Hölle und Verdammniß, das es zu fürchten hätte; nur von Gnade, Ge⸗ rechtigkeit, Heil, Himmel, Leben und ewiger Seligkeit. Seine Glieder ſind ſchon hier göttlicher Herrlichkeit theilhaftig. Sie wird aber erſt voll⸗ kommen offenbar vor der Welt, wenn ihr HErr und Meiſter offenbar wird in ſeiner Herrlichkeit am jüngſten Tag. Jetzt iſt ſie noch verborgen. Doch bricht ſie auch hier ſchon wie bei ihrem Meiſter im Stande ſeiner Erniedri⸗ gung zuweilen in hellleuchtenden Strahlen hervor und offenbart ſich als der göttliche Sauerteig, der die Welt gar durchſäuert, erneuert, beſſert und Seelen für den Himmel gewinnt, ob die Welt auch mit all ihrer Macht ſich dagegen wehrt. Die Erfüllung der Worte unſers Gleichniſſes iſt vor unſern Augen. Zwölf Männer, ungelehrt und aus dem niedrigſten Stande, ſendet der HErr der Herrlichkeit in die Welt hinaus, ohne Wehr und Waffen, nur mit ſeinem Geiſt und Wort ausgerüſtet, die Welt hat ſie