# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1898_S39 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1898. 39 Geſchäftsverhandlungen. I. Negermiſſion. Die Commiſſion für Negermiſſion legte der Synodalconferenz folgen⸗ den Bericht über ihre Thätigkeit in den letzten zwei Jahren vor: Elfter Bericht der Commiſſion für die Negermiſſion der „evangeliſch⸗ lutheriſchen Synodalconferenz von Nord⸗America“. (Für den Zeitraum von Auguſt 1896 bis Juli 1898.) Es ſei uns geſtattet, den Bericht über das Werk unſerer Negermiſſion in den letzten beiden Jahren, den wir der Ehrw. Synodalconferenz bei dieſer Verſammlung vorzulegen haben, an die Worte unſers Heilandes anzu⸗ knüpfen, da er Matth. 13 ſagt: „Das Himmelreich iſt einem Sauer⸗ teig gleich, den ein Weib nahm, und vermengete ihn unter drei Scheffel Mehls, bis daß es gar durchſäuert ward.“ Unter dem Himmelreich in dieſen Worten verſteht der Heiland ſeine Gläubigen, alſo die heilige chriſtliche Kirche oder die Gemeinde der Gottesmenſchen, welche, durch den Glauben an JEſum wiedergeboren, unter allen Menſchen auf Erden allein geſchickt und willig ſind, gute Werke zu thun, ſonderlich ſolche, dadurch Menſchen zu Chriſto und ihrem Heile geführt werden. Unſere Gleichnißworte ſtehen in der Reihe von ſieben Gleichniſſen, in welchen der Heiland uns die Geſtalt ſeines Reichs auf Erden von ſeiner Gründung bis zu ſeiner Vollendung am jüngſten Tage vor Augen malt, fünf derſelben beſchreiben die Pflanzung ſeiner Kirche, ihre wunderbare Ausbreitung, ihre äußerlich geringe, der Welt ärgerliche Erſcheinung und ihre verborgene, innere Kraft und Herrlichkeit. Das ſind die Gleichniſſe vom Samen auf viererlei Acker, vom Weizen und Unkraut, von einem Netz mit guten und faulen Fiſchen, vom Senfkorn und vom Sauerteig. Mit den beiden letzten Gleichniſſen vom Schatz im Acker und der Perle des Kaufmanns weiſt er auf die wunderbare Herrlichkeit und Glückſeligkeit der⸗ jenigen Menſchen hin, welche Glieder ſeines Himmelreiches ſind. Durch alle ſieben Gleichniſſe aber geht ein charakteriſtiſcher Zug: nämlich die äußere Geſtalt des Himmelreichs iſt vor den Augen der Vernunft und Welt unſcheinbar, gering, ja, verächtlich. Seine Herrlichkeit iſt unſichtbar und verborgen, nur dem erleuchteten Auge des Glaubens offenbar. Denn ſo lange die Kirche Chriſti im Reiche des Fürſten dieſer Welt ihre Herberge hat, trägt ſie auch die Geſtalt ihres Meiſters im Stande der Erniedrigung. Wie da die Welt und Vernunft höhniſch von ihm urtheilte: „Da iſt keine Geſtalt, die uns gefallen könnte“, — der gläubige Johannes dagegen in göttlicher Erleuchtung freudig ausrief: „Wir ſahen ſeine Herrlichkeit, eine