# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1898_S38 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 38 Verhandlungen der ſiebzehnten Verſammlung Leute dahin zu bringen ſuchen, wirklich aus Liebe zu Gott und zum Nächſten, die die Früchte eines lebendigen Glaubens ſind, ſich für zu gut zu halten als Gottes Kinder, ein ſolches Gewerbe zu treiben, ſich der Un⸗ dankbarkeit zu fürchten gegen ihren treuen Gott, der ſo Großes an ihnen gethan hat, daß ſie ihn nun ſollten beleidigen durch Betreibung eines ſünd⸗ haften Gewerbes. Ferner ſollten die einzelnen Gemeindeglieder veranlaßt werden, Stellung zu nehmen, ſich zu erklären, wie ſie zu ſolchen Gewerben ſtehen, und zwar bei guter Zeit, wo möglich ehe ein ſolcher beſonderer Fall als Kirchenzuchtsfall vorliegt, ſo daß dann ruhig, ohne Anſehen der Perſon und beſondere Rückſicht die Gemeinde die Gründe beſehen und auch ihre Erklärung abgeben könne, was in ihrer Mitte von ſolchen Berufsarten ge⸗ halten werden ſoll. Und endlich müſſen diejenigen, welche ſich mit einem ſolchen Gewerbe zu verſündigen angefangen haben, vorgenommen werden, und zwar mit chriſtlicher Weisheit, mit aller Geduld und Lehre, und mit allem chriſtlichen Ernſte. Die nächſte Kategorie iſt die der ſündlichen Vergnügungen, vor denen ein Chriſt ſich zu hüten hat, in denen er nicht leben kann, ohne ſchließlich Gegenſtand der chriſtlichen Kirchenzucht zu werden. Sündlich ſind alle diejenigen Vergnügungen, durch die ein Menſch entweder ſeinen eigenen ſündlichen Lüſten und Begierden fröhnt, oder der Befriedigung der ſündlichen Lüſte anderer dient, oder ſolche, durch welche Gottes Wort und Name oder ſonſt ein heilig Ding verunehrt, mißbraucht oder mißachtet, oder dem Nächſten ein Aergerniß gegeben wird. Ein Vergnügen, durch das ein Menſch ſeinen eigenen ſündlichen Lüſten und Begierden fröhnt, iſt ſündlich, denn wir ſollen verleugnen das ungöttliche Weſen und die welt⸗ lichen Lüſte. Augenluſt, Fleiſchesluſt und hoffärtiges Weſen iſt nicht vom Vater, ſondern von der Welt. Dahin gehören alle Freß⸗ und Sauf⸗ gelage, alle Spiele und Tänze, die darauf angelegt ſind, daß damit den Fleiſcheslüſten gefröhnt werde, alle Scherze und Zoten, Decla⸗ mationen, Schauſtellungen und ähnliche Beluſtigungen, mit denen man ſich ſelber und andern einen Kitzel für das wollüſtige Fleiſch verſchafft, alle Lieder, durch deren Geſang der Sänger ſelbſt ſeine unreine Luſt ent⸗ zündet oder in andern die Fleiſchesluſt entflammt.