# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1898_S30 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 30 Verhandlungen der ſiebzehnten Verſammlung liche Gemeinſchaft pflegen und einander damit das Zeugniß geben, daß ſie ſich anerkennen als rechte Chriſten, die denſelben rechten, einigen Glauben haben und bekennen. Das hat aber nur dann wahren Werth und rechten Sinn, wenn ſie ſich eben ſo gewiſſenhaft vor aller Befleckung mit Gottes⸗ dienſten Falſchgläubiger und Irrgläubiger hüten. Was ſoll nun der Paſtor ſolchen, deren Seelſorger er iſt, in Abſicht auf das Leichenbegängniß zur Pflicht machen? Wie, wenn in einer Miſchehe, in der etwa eine lutheriſche Frau mit einem Gliede einer Methodiſtengemeinde verbunden war, der methodiſtiſche Mann geſtorben wäre? Hätte da die lutheriſche Frau ein methodiſtiſches Leichenbegängniß zu veranſtalten? Nein. Sondern wenn nun die methodiſtiſche Gemeinde und deren Paſtor ihr verſtorbenes Ge⸗ meindeglied zu Grabe beſtatteten, läßt ſie der Sache ihren Lauf, iſt als Leidtragende dabei, ſieht aber nicht den Methodiſtenprediger als den an, der ſie in ihrem Leide zu tröſten hätte. Oder aber, wenn der rechtgläubige Theil geſtorben iſt und der irrgläubige Theil übrig geblieben iſt, was hat der Paſtor der Gemeinde da zu thun? Hat er ſich zu weigern, den recht⸗ gläubigen Theil kirchlich zu beſtatten, weil er damit einer Aufforderung des irrgläubigen Theils zufolge hier amtirte und ſo gewiſſermaßen einen Beruf annähme von einem Irrgläubigen? Nein; ſo gewiß er es hier wirklich mit dem Todten zu thun hat, inſofern er hier einem ſelig Entſchlafenen kirchliche Ehren erweiſt und kirchliche Anerkennung zollt, ſo ſoll er ruhig in einem ſolchen Falle ſein abgeſchiedenes Pfarrkind im Verein mit der rechtgläubigen Gemeinde auch mit chriſtlichen und kirchlichen Ehren zu Grabe geleiten und das thun, was er als Paſtor des Entſchlafenen bisher gethan hat, ihn be⸗ handeln als ein chriſtliches Pfarrkind. Zu verwerfen iſt es aus demſelben Grunde, wenn lutheriſche Chriſten von irrgläubigen Predigern Kinder taufen laſſen, ſelbſt wo die Taufe noch eine richtige wäre. Wenn da im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geiſtes mit Waſſer getauft wird, ſo iſt das Berufen eines Irr⸗ gläubigen zu einem ſolchen an ſich richtigen Werke ebenſo eine Befleckung an einer falſchgläubigen Kirchengemeinſchaft und ein Durchbrechen dieſes Grundſatzes kirchlicher Zuſammengehörigkeit, bei dem wir eben jetzt ſtehen. In ſolchen Fällen ſoll, wo kein rechtgläubiger Paſtor zu haben iſt, der Vater ſelber zum Waſſer greifen und ſein Kind ſelber taufen. Die zweite Gruppe von Stücken, welche hier zu betrachten wären, ge⸗ hört dem Gebiete der Kirchenzucht an. Daß chriſtliche Gemeinden Kirchenzucht üben ſollen, dafür haben wir Gottes Gebot. Chriſti Befehl lautet: „Sag's der Gemeinde; höret er die Gemeinde nicht, ſo haltet ihn als einen Heiden und Zöllner.“ Der Apoſtel ſchreibt: „Thut von euch ſelbſt hinaus, wer da böſe iſt.“ Aber zu gewiſſenhafter Handhabung einer chriſt⸗ lichen Kirchenzucht ſoll alle chriſtlichen Gemeinden auch das antreiben, daß ſie Schweſtergemeinden haben, mit denen ſie in kirchlicher Gemeinſchaft nicht nur leben können, ſondern nach Gottes Willen leben ſollen. Und