# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1898_S28 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 28 Verhandlungen der ſiebzehnten Verſammlung Der lutheriſche Paſtor iſt lutheriſcher Paſtor und iſt überhaupt Paſtor nur für lutheriſche Chriſten. Die ſind die Heerde, deren Hirte er iſt. Für die andern iſt er allenfalls ein Prediger, der als Miſſionsbote Gottes auch ſeine Stimme zu ſolchen dringen läßt, die erſt herzugebracht werden ſollen zu der Heerde, welcher er als Hirte geſetzt iſt; aber Paſtor, Hirte einer Heerde, iſt er nur für die lutheriſchen Chriſten ſeiner Gemeinde. Das iſt ſo gewiß, daß ein Paſtor auch nicht einmal, wenn er als Gaſt in einer fremden Gemeinde predigt, da als Paſtor dieſer Gemeinde auftritt, ſondern als Stellvertreter des Paſtors dieſer Gemeinde; er iſt nicht Hirte dieſer Heerde geworden, ſondern ein Stellvertreter ihres Hirten, hat des⸗ halb auch kein Recht, vermöge ſeines Predigtamtes in irgend eine andere Gemeinde zu gehen und da anzufangen zu predigen und hernach zu erklären: Ich bin nämlich Paſtor. Da kann man ihm ſagen: Gehe hin, wo du Paſtor biſt, hier biſt du es nicht; weide die Heerde, die dir befohlen iſt, und greif nicht in ein fremdes Amt. Und davon ſoll ein Paſtor auch nicht in der Weiſe abweichen, daß er Leute, die ihn auf der Welt nichts angehen, die vielleicht ſogar erklären: Wir gehören eigentlich zu einer Methodiſten⸗ gemeinde, ſeelſorgerlich bedient. Das iſt nicht ſeines Amtes; dazu hat er nicht den Beruf. Das iſt aber auch ein Durchbrechen des Princips, auf dem in dieſem Stücke die kirchliche Zuſammengehörigkeit beruht, daß wir lutheriſche Prediger, rechtgläubig lutheriſche Prediger ſind, für unſere lutheriſchen Chriſten Paſtoren ſind und die Werke unſers Amtes an ihnen zu verrichten haben, während wir die Irrgläubigen denen überlaſſen, zu denen ſie gehören, den irrgläubigen Predigern. Eines Paſtors Amts⸗ gebiet hört genau da auf, wo eines andern Paſtors Amtsgebiet anfängt. Das gilt auch von der Leitung eines Leichenbegängniſſes. Nach dem bürgerlichen Rechte, wenigſtens nach dem allgemeinen Rechte, hat der Menſch aufgehört zu ſein, wenn er geſtorben iſt. Das ganze Teſtaments⸗ recht ruht nach Auffaſſung der Juriſten lediglich auf Statuten, nicht auf dem allgemeinen Rechte. Wenn ein Menſch geſtorben iſt, hat er keine Rechte mehr; dann hat er für das Geſetz aufgehört zu exiſtiren; dann gilt auch, was er verfügt hat, nur inſofern, als er es verfügte, da er noch lebte. Für uns dagegen hat der Menſch nicht aufgehört zu ſein, wenn ſein Leib ins Grab gelegt wird, hat nicht aufgehört, der zu ſein, als welcher er geſtor⸗ ben iſt. Er hat nicht aufgehört, ein Kind Gottes zu ſein und als Kind Got⸗ tes zu leben, und ſein Staub ruht als Staub eines Gotteskindes auf Hoff⸗ nung, wenn er als Chriſt geſtorben iſt; oder aber er iſt, wie er gefahren iſt, ein Knecht des Satans, der aus dem geiſtlichen Tod in den ewigen Tod ge⸗ ſunken iſt. So gehört er entweder zur chriſtlichen Kirche, und zwar als ein Glied, das aus der rechtgläubigen, ſtreitenden in die triumphirende Kirche verſetzt iſt, wenn er als rechtſchaffener lutheriſcher Chriſt geſtorben iſt, oder er gehört nicht zur chriſtlichen Kirche, wenn er nicht als Chriſt geſtorben iſt. Wir haben nicht das Recht, ihn anzuerkennen als zur lutheriſchen Kirche und