# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1898_S26 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 26 Verhandlungen der ſiebzehnten Verſammlung machen wollen, denn Gott ſelber will das nicht, — er will ſelig machen, wen er ſelig macht, durch das Evangelium und ſonſt nicht. Das gilt aber nicht allein von der Verwaltung des heiligen Abend⸗ mahls, ſondern auch von andern Amtsverrichtungen der Prediger chriſtlicher Gemeinden, für die ja ebenfalls die ganze Gemeinde, deren Prediger da fungirt, verantwortlich iſt. Die Kirche Gottes ſoll nach Gottes Willen eine rechtgläubige Kirche ſein. Gott hat nie eine andre Kirche gewollt, als eine rechtgläubige. Es iſt nicht wahr, was man heutzutage vielfach lieſt, daß die Verſchiedenheiten in der Lehre eine weiſe Fügung und Ordnung Gottes ſeien, indem dadurch die verſchiedenen Kirchen angeſpornt würden, immer aufs neue ihre Lehre zu unterſuchen und zu forſchen, und die Lehre immer aufs neue in ein klares Licht zu bringen und dergleichen mehr. Es iſt nicht wahr, daß nach Gottes Willen verſchiedene Kirchen verſchiedenen Bekennt⸗ niſſes auf verſchiedenem Grunde der Lehre beſtehen. Gott will, daß die Kirche rechtgläubig ſein ſoll. So trat die Kirche Chriſti am Pfingſttage vor die Welt als eine rechtgläubige Kirche, erbaut auf dem Grunde der Apoſtel und Propheten, da JEſus Chriſtus der Eckſtein iſt. So ſtellte ſich die erſte Chriſtengemeinde zu Jeruſalem dar als eine ſolche, in der man einmüthig blieb in der Apoſtel Lehre, wie im Brodbrechen, in der Gemeinſchaft und im Gebet. Der Apoſtel Lehre und ſonſt nichts galt in der erſten Chriſten⸗ gemeinde. Und in den Briefen der Apoſtel wird immer wiederholt, daß wir nach Einer Regel einhergehen ſollen, daß niemand ſich ſoll unterſtehen, etwas an der Lehre zu ändern. Ja, der Apoſtel Paulus nimmt nicht An⸗ ſtand, den Engel am Throne der Majeſtät mit ſeinem Fluche zu bedrohen, falls er es wagen würde, ein ander Evangelium zu predigen als Paulus. Und ſo will auch Gott der HErr nur rechtgläubige Prediger haben. Dafür, ſagt Paulus, halte uns jedermann, nämlich für Chriſti Diener und Haus⸗ halter über Gottes Geheimniſſe. Als Diener Chriſti haben die Prediger nur den Willen Chriſti auszuführen, nicht ihrer eigenen Weisheit, ſondern dem Worte ihres Meiſters zu folgen. Sie ſind Diener Chriſti; was ſie thun, iſt Chriſti Werk, was ſie reden, ſoll ſein Chriſti Wort. Kein Pre⸗ diger iſt inſofern ein Diener Chriſti, als er anders lehrt, denn Chriſtus lehrt. Auch die irrgläubigen Kirchen ſind nur inſoweit wirklich Kirchen und ihre Prediger wirklich ſolche, die im kirchlichen Amte ſtehen, als ſie die Wahrheit zur Seligkeit noch haben; ſofern ſie die nicht haben, ſondern Irrthum, ſind ſie nicht Kirchen, ſondern des Teufels Synagoge. Daher verpflichten wir denn auch ganz mit Recht unſere Prediger bei ihrer Ordination und Ein⸗ führung auf die heilige Schrift, und zwar die ganze heilige Schrift, als das geoffenbarte Wort Gottes, und auf die Symbole der rechtgläubig lutheri⸗ ſchen Kirche als richtige Auslegung der heiligen Schrift. Damit bringen wir das zum Ausdruck, daß, wo wir einen Prediger anerkennen, wir ihn nur anerkennen als einen Prediger der Kirche Chriſti, ſofern als er Chriſti Lehre, Chriſti Wahrheit und Wort predigt und in ſeiner Gemeinde zur Gel⸗