# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1898_S19 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1898. 19 wir ſagen: Nimm hin und iß, das iſt der wahre Leib deines HErrn JEſu Chriſti, ſo iſt das nicht eine Wiederholung der Einſetzungsworte, wie das allerdings bei der Conſecration auch laut lutheriſchen Bekenntniſſes geſchieht, daß das, was wir da ſprechen, eine Wiederholung der Worte Chriſti iſt; ſondern was wir bei der Austheilung ſprechen, iſt unſer Bekenntniß. So hat's die lutheriſche Kirche angeſehen, und ſo haben's auch die Feinde der lutheriſchen Kirche angeſehen. Alle, die ein Intereſſe daran hatten, daß das möchte verdeckt werden, daß man hier den wahren Leib und das wahre Blut Chriſti zu eſſen und zu trinken gebe, ſind befliſſen geweſen, dieſe Formel wegzubringen, entweder ſie ganz abzuthun, oder etwas dafür ein⸗ zuſetzen, bei dem das Bekenntniß verſchwunden iſt. Schon Melanchthon hat den Rath gegeben, bei der Austheilung die Worte: Das Brod, das wir brechen, iſt die Gemeinſchaft des Leibes Chriſti ꝛc. als Spendeformel zu gebrauchen. Als man in der Pfalz calviniſtiſch werden wollte, da ſaß die lutheriſche Spendeformel ſehr unbequem und mußte weg. Als man in ſpäteren Zeiten in Deutſchland Union machte, hat man die lutheriſche Spendeformel auf die Seite geſchafft; anſtatt zu ſagen: „Nehmet hin und eſſet, das iſt der wahre Leib“, hat man geſagt: „JEſus ſpricht: das iſt mein Leib“, mit dem Sinne: Nun denke ſich jeder, was er will. Da iſt das weggefallen, was wir bei unſerer Abendmahlsaustheilung haben und haben wollen, nämlich das Bekenntniß, das ſchon in den im Alterthum ge⸗ bräuchlichen Spendeformeln lag und beabſichtigt war, wenn man bei der Austheilung ſprach: „Chriſti Leib, das Brod des Lebens“ (corpus Christi, panis vitae), „Chriſti Blut, der Kelch des Lebens“ (sanguis Christi, calyx vitae) — einfach eine Erklärung von dem, das man reichte. Und als ſich in der americaniſch⸗lutheriſchen Kirche die Wandlung vollzog, daß aus einer früher lutheriſch geweſenen eine dem Namen, aber nicht der Sache nach lutheriſche Kirche geworden war, hatte ſich auch die Wandlung vom Bekenntniſſe in der Spendeformel zu einer Spendeformel, die kein Bekenntniß mehr war, vollzogen. Die alte pennſylvaniſche Agende aus dem Jahre 1748 wurde zum erſten Male gedruckt 1786, und zwar mit der ſchönen lutheriſchen Formel: „Nehmet hin und eſſet, das iſt der wahre Leib“ ꝛc. Mühlenberg hätte, als er die Agende verfaßte, allerdings lieber dieſe Spendeformel nicht gebraucht, denn er war ein halliſcher Pietiſt, und der Pietismus iſt von Haus aus unioniſtiſch. Aber da waren Leute, die beſtanden darauf, daß das Bekenntniß klar ausgedrückt werde. So kam denn die lutheriſche und unmißverſtändliche Spendeformel in die lutheriſche Agende von 1748 und 1786. Als aber im Jahre 1818 die zweite Auflage dieſes Buches herauskam, ſtand darin: Chriſtus ſpricht: Das iſt mein Leib ꝛc. Da war das Bekenntniß fort, weil das Lutherthum fort war. Darum halten wir ja daran feſt, daß wir im heiligen Abendmahle ein Be⸗ kenntniß haben und ein Bekenntniß thun, und laſſen wir uns darin ja nicht irre machen, daß wir nach unſern Vätern auch gerade das feſthalten, daß