# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1898_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 18 Verhandlungen der ſiebzehnten Verſammlung Aergerniß geben ſoll. Ein Aergerniß aber gibt man zunächſt immer dadurch, daß man vor andern das thut, was Gottes Wort verbietet, oder das unter⸗ läßt, was Gottes Wort fordert. Das heilige Abendmahl iſt aber auch ein Bekenntniß. Schon inſofern, als es eben von Chriſto eingeſetzt iſt, iſt das Abendmahl ein Bekenntniß, daß hier Chriſten bei einander ſind, die da ſtehen unter einem HErrn, in einem Glauben, auf einer Taufe, deren Gott und Vater einer iſt, alſo die mit einander zu einer Einheit in Gott, ihrem HErrn, in Chriſto, ihrem Heiland, und im Glauben an ihn verbunden ſind, daß, wer hier zum Sacrament kommt, glaubt, was hier gelehrt wird, inſonderheit auch glaubt, was hier vom heiligen Sacra⸗ mente gelehrt und gehandelt wird, ſo daß, wer in einer lutheriſchen Kirche zum Altar des HErrn naht, dahintritt mit dem Bekenntniſſe in ſeiner That, daß er hier genießen will und genießt Chriſti wahren Leib und Chriſti wah⸗ res Blut, unter dem Brod und Wein zu eſſen und zu trinken dargereicht. Sodann iſt das heilige Abendmahl ſeiner ganzen Intention nach ein Bekenntniß. Der Apoſtel ſagt: „So oft ihr von dieſem Brod eſſet, und von dieſem Kelch trinket, ſollt ihr des HErrn Tod verkündigen, bis daß er kommt.“ Das drückt ſich inſonderheit auch aus in unſerer lutheriſchen Weiſe, bei der Austheilung eine Spendeformel zu gebrauchen und, während wir das Brod darreichen, zu ſagen: Nimm hin und iß, das iſt der wahre Leib deines HErrn JEſu Chriſti, und, wenn wir den Kelch darreichen, zu ſagen: Nimm hin und trink, das iſt das wahre Blut deines HErrn JEſu Chriſti. Man hat uns vorgeworfen, wir erlaubten uns da etwas, wozu wir kein Recht hätten; wir hätten nämlich kein Recht, zu den Einſetzungsworten Chriſti einen Zuſatz zu machen; Chriſtus habe nicht geſagt: „Das iſt mein wahrer Leib“, ſondern eben nur: „Das iſt mein Leib“, und wir hätten kein Recht, an Chriſti Worten zu ändern, und, wie wir meinten, zu beſſern. Darauf wäre zweierlei zu antworten: 1. hat der HErr Chriſtus allerdings, wenn er geſagt hat: „Nehmet hin und eſſet, das iſt mein Leib“ ꝛc., geſagt, daß das ſein wahrer Leib ſei, denn nur ſein wahrer Leib iſt „für uns gegeben“, und nur ſein wahres Blut iſt „für uns vergoſſen“ worden. Alſo inſofern wäre das nicht eine Verkehrung der Worte Chriſti, ſondern allenfalls eine Erklärung oder eine Faſſung, bei der das in anderer Weiſe zum Ausdrucke käme, was Chriſtus mit ſeinen Worten zum Ausdrucke gebracht hat, und wir thäten damit nicht dasſelbe, was die Schwärmer thun, wenn ſie leugnen, daß Chriſtus im Sacrament ſeinen wahren Leib und ſein wahres Blut zu eſſen und zu trinken gibt. 2. Wir würden allerdings die Einſetzungs⸗ worte nicht ſo faſſen bei der Conſecration, ſondern ſo, wie der HErr Chriſtus ſelbſt ſie geſprochen hat. Aber bei der Austheilung gebrauchen wir gar nicht die Einſetzungsworte Chriſti, ſondern unſere Bekenntniß⸗ worte. Da haben wir nicht eine Conſecration im Werke, ſondern da ſprechen wir ein Bekenntniß; das ſind nicht Chriſti Worte, die wir da ſprechen, ſondern es ſind unſere Worte, unſere Bekenntnißworte. Wenn