# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1898_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1898. 17 Das Sacrament des Altars iſt ja ſchon ſeiner Natur nach eine com- munio, nicht, wie die Taufe, ein Sacrament, das von vornherein eben den einen Täufling zum Gegenſtand hat, ſondern ein Sacrament, das von vornherein eine Gemeinſchaft mehrerer vorausſetzt. Schon die Ein⸗ ſetzungsworte und der ganze Hergang der Einſetzung läßt das Sacrament des Abendmahles eben als ein ſolches Mahl des HErrn erkennen, das Chriſtus mit ſeiner Gemeinde halten will. Wo in Abſicht auf die Abend⸗ mahlspraxis, ſofern ſie eben von dem HErrn Chriſto ſelbſt beſtimmt iſt, Abweichungen vorkommen, muß das ſchon aus dieſem Grunde ſehr be⸗ denklich erſcheinen und an der Einigkeit im Geiſte, im Glauben, in der Lehre und im Bekenntniſſe zunächſt vom heiligen Abendmahl irre machen. Sodann iſt das heilige Abendmahl ein Gnadenmittel, nicht unſer Gnadenmittel — Menſchen können keine Gnadenmittel ſtiften —, ſondern Gottes Gnadenmittel. Er will dadurch wirken, was er wirken will, und es iſt nicht mehr und nicht weniger, als Gott, da er dies Gnaden⸗ mittel ſtiftete, daraus machen wollte und gemacht hat. Nicht mehr, nicht ein Mittel, wodurch Gott unwiderſtehlich ſeinen Willen mit abſoluter All⸗ machtswirkung durchſetzen und wirken wollte; auch nicht ein Mittel zur Heilung leiblicher Krankheit. Nicht weniger, nicht bloß eine Ankündi⸗ gung der Gnade Gottes, nicht bloß ein Zeugniß von der Liebe Gottes in Chriſto, nicht nur eine Erinnerung an das Sühnopfer unſers Hohenprieſters, ſondern als Evangelium iſt es eine Kraft Gottes, ſelig zu machen, es hat die Kraft, darzugeben, was es ankündigt, und die Zueignung und Annahme zu wirken. Das Sacrament des Altars iſt ein Mittel der Gnade Gottes, ein Sacrament, wodurch er ſelbſt, der HErr, die Güter ſeiner Gnade den Communicanten darreicht, zueignet und verſiegelt. Und zwar hat der HErr Chriſtus dies Sacrament eingeſetzt, wie wir im Katechismus bekennen, uns Chriſten zu eſſen und zu trinken. Für die Chriſten, für ſeine Jünger hat er dies Sacrament geſtiftet. Die Predigt ſoll weithin erſchallen, ſoll durch alle Lande gehen, auch wo ſie zu Heidenohren dringt, daß ſie an den geiſtlich Todten ihre lebendigmachende Kraft beweiſe. Vom heiligen Abendmahl wiſſen wir, daß es uns Chriſten zu eſſen und zu trinken eingeſetzt iſt, den⸗ jenigen, die ſich prüfen können und würdig genießen, was hier dargeboten wird, und daß es denjenigen nicht zu reichen iſt, die es ſich zum Gerichte genießen würden. Da nun dies alſo iſt, ſo ſoll eine chriſtliche Gemeinde als eine von vielen ſich auch deß bewußt ſein, daß, wenn ſie hier entweder verfügt oder geſtattet, daß in ihrer Mitte das Sacrament auch andern gereicht werde, auch Ungläubigen, auch als unbußfertige Sünder von einer Schweſtergemeinde in den Bann Erklärten, ſie damit ſündigt 1. gegen die Inſtruction Gottes und unſers Heilandes JEſu Chriſti, der dies Sacrament geſtiftet hat, und 2. auch gegen den Grundſatz, daß in der Kirche, wo die Chriſten mit ein⸗ ander und bei einander und vor einander wandeln, einer dem andern kein