# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1896_S48 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 48 Verhandlungen der ſechzehnten Verſammlung Jahres nach Atlanta, Ga., abgeordnet, um dort den Verſuch zu machen, eine Miſſionsſtation zu gründen. Atlanta iſt eine aufblühende Stadt und wird das Chicago des Südens genannt, hat über 50,000 Neger und daher günſtige Ausſichten für unſere Miſſion. Ein eigentlicher Anfang der Miſ⸗ ſion konnte jedoch erſt lange nicht gemacht werden, weil es dem Miſſionar nicht möglich war, ein Local zu bekommen; und wenn er meinte, ein ſolches gefunden zu haben, und es gemiethet hatte, ſo wurde es ihm unter irgend einem Vorwande wieder aufgeſagt, ſobald es bekannt wurde, daß hier ein weißer Mann den Negern predigen wollte. Endlich gelang es, einen alten Store zu miethen für $12.50 monatlich. Licht und Luft dringen nur ſpärlich ein, aber es war das Beſte, was zu finden war. Am 19. Juli fand der erſte Gottesdienſt ſtatt. Fünfhundert Einladungskarten waren ausgegeben und alles gethan, den Gottesdienſt anzuzeigen, trotzdem waren nur ſieben Neger zur Predigt anweſend und nur noch einige mehr zum Schluß des Gottes⸗ dienſtes. Da der Miſſionar in der Woche darauf einen Anſatz zum Nerven⸗ fieber bekam, erklärte ſich Herr Paſtor Meuſchke freundlichſt bereit, für den folgenden Sonntag⸗Abend die Predigt zu übernehmen; weil aber um acht Uhr erſt ein Neger mit ſeinen zwei Kindern erſchienen war, wurde kein Gottesdienſt gehalten. So wurden die Gottesdienſte bis zur Wieder⸗ geneſung des Miſſionars eingeſtellt. In der Ausübung unſers Miſſionswerkes hatten wir auch in dieſen bei⸗ den Jahren viel gegen Mangel in unſerer Kaſſe zu kämpfen, woher es auch kommt, daß Manches zur Förderung der Miſſion Nothwendige unterbleiben mußte. Wohl gingen z. B. für den Bau einzelner Kirch⸗ und Schulgebäude auf unſern Aufruf reichliche Gaben ein, was wir dankbar anerkennen; da⸗ für floſſen aber die Beiträge für unſere laufenden Ausgaben ſo ſpärlich, daß wir uns genöthigt ſahen, jene Gelder zeitweilig für die Gehalte unſerer Miſſionsarbeiter zu verausgaben, ſollte nicht die ganze Miſſion ins Stocken gerathen. Es iſt das ja freilich bei der drückenden Geſchäftslage der letzten Jahre kaum befremdend, und iſt eine Erfahrung, welche jetzt die meiſten Miſſionen zu beklagen haben; dennoch könnte gewiß mehr geſchehen, wenn in allen unſern Gemeinden mehr Liebe zu dieſer Miſſion und mehr Eifer für dieſelbe vorhanden wäre. Wollen wir Negermiſſion mit Erfolg treiben, ſo dürfen wir nicht erwarten, dies mit ſo geringen Mitteln thun zu können, wie manche andere Miſſion; denn es handelt ſich hier nicht allein um Sen⸗ dung und Erhaltung der Miſſionsarbeiter, ſondern auch um Beſchaffung und Erhaltung von Kirchen⸗ und Schuleigenthum. Denn das ſelbſt zu thun, dazu ſind die Neger nicht nur meiſtens zu arm, ſie haben auch noch nicht gelernt, mit Geld umzugehen, inſonderheit ſo, daß das Reich Gottes da⸗ durch gebaut wird; dennoch iſt nicht zu verkennen, daß unſere Negergemein⸗ den auch hierin einen guten Anfang gemacht haben. Unſere monatlichen laufenden Ausgaben für Gehalte und für Unterſtützungen einiger ſtudirender Negerjünglinge und einiger Wittwen verſtorbener Miſſionsarbeiter belaufen