# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1896_S41 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1896. 41 Da meint er nicht, daß die Buffaloer Delegaten nach Deutſchland ſchicken ſollen, um über eine andere Synode zu klagen, ſondern da denkt er an die Gemeinde, die an dem Orte verſammelt iſt, wo der Bruder iſt, der da ge⸗ ſündigt hat, und der, der ihn ermahnt hat. Das iſt die Ortsgemeinde, die geſchaart iſt um das Evangelium, wie Paulus Apoſt. 20, 17. zu den Aelteſten der Gemeinde zu Epheſus redet und von dieſen Männern ſagt, daß ſie der Heilige Geiſt geſetzt hat zu Biſchöfen, „zu weiden die Gemeinde Gottes“. Da werden nicht Apoſtel, nicht Evangeliſten, nicht Reiſeprediger, ſondern die Aelteſten einer Ortsgemeinde angeredet, der Gemeinde zu Ephe⸗ ſus, und die zu weiden hat ſie der Heilige Geiſt geſetzt. Eine Ortsgemeinde ſoll das auch wiſſen, daß ſie eine Kirche iſt, daß die Aufgabe, die der HErr ſeiner Kirche geſtellt hat, ihr geſtellt iſt; nicht der Synode zunächſt und, weil ſie Glieder der Synode ſind, darum auch den einzelnen Gemeinden. Nicht das iſt der Weg, auf dem die Pflichten derjenigen Gemeinden, welche zu einer Synode gehören, an die Gemeinde kommen. Sondern die richtige Auffaſſung iſt die, daß die Ortsgemeinde von Chriſto, ihrem HErrn, die Aufgabe bekommen hat, das Evangelium zu predigen, und weil ſie, die Ortsgemeinde, dieſen Auftrag hat, und ſie die Ausführung desſelben alleine nicht in dem Maße, wie ſie gerne möchte, fertig bringt, ſieht ſie ſich um nach andern, die auch dieſen Auftrag haben, und ſpricht: Kommt und helft uns! So entſteht die Aufgabe der Synode, daß die einzelnen Ge⸗ meinden, die von Chriſto ihren Befehl haben, zuſammentreten und gemein⸗ ſam das thun, was ihnen einzeln befohlen iſt. So ſoll denn auch eine Gemeinde nicht erſt, wenn die Synode gewiſſe Ordnungen eingeführt, ge⸗ wiſſe Beſchlüſſe gefaßt hat, ſich darum bekümmern, was wohl erſprießlich und nothwendig iſt, ſondern ſoll mit ſich ſelbſt Rath pflegen darüber, und es wäre das Richtigere, wenn von den Gemeinden an die Synode die An⸗ träge geſtellt würden, Anſtalten zu bauen, zu erweitern u. dgl., als daß von der Synode die Aufforderung an die Gemeinden kommt. Die Ortsgemeinde iſt die Kirche; ſie hat die Güter der Kirche, hat die Pflichten und Aufgaben der Kirche, hat die Rechte der Kirche. Sie iſt nicht Magd, ſondern Hausmutter und hat alſo in ihrem Kreiſe zunächſt auch dar⸗ auf zu achten, daß es bei ihr, in ihrer Mitte in Abſicht auf die Dinge, die Gott geboten hat, ſo ſteht, wie es ſtehen ſollte. Sie ſoll ſich nicht darauf einlaſſen, daß man ihr ſagt: Da müßt ihr nicht ſo ſtreng ſein, in jener Ge⸗ meinde halten ſie es auch nicht ſo ſtreng. Man muß ihnen ſagen: Ihr ſeid die Kirche; euch hat der Heiland den Befehl gegeben, dem wir jetzt nach⸗ denken wollen und nach dem wir jetzt handeln wollen, und ihr habt zu über⸗ legen, was bei euch nach Chriſti Vorſchrift gelten und geſchehen ſoll. Da können aber auch andrerſeits die örtlichen Verhältniſſe nicht recht machen, was an andern Orten unrecht iſt. Die Ortsgemeinde, die von Chriſto, ihrem Haupte, regiert wird, hat nicht den Maßſtab von Gott bekommen, den Leute, die ſich unter Gottes Wort nicht gern beugen wollen, ſo gerne