# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1896_S40 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 40 Verhandlungen der ſechzehnten Verſammlung auf die Form, die ſie in ihrer Mitte bei dieſem Sacrament gebraucht hatten, und haben es nicht mehr als frei und gleichgültig angeſehen, ob man in dieſem Stücke den Schwärmern weiche oder nicht. Denn wo dadurch, daß eine gewiſſe Ceremonie gebraucht wird, der Schein gegeben wird, als ob der Irrthum Wahrheit ſei, da iſt der Gebrauch des an ſich freien Mittel⸗ dinges nicht mehr gleichgültig. Und wo alſo der Gebrauch der Hoſtien zu einem Unterſcheidungszeichen geworden iſt zwiſchen Reformirten und Luthe⸗ riſchen, da ſoll eine chriſtliche Gemeinde ſich wohl hüten, daß ſie nicht ver⸗ leugne, was ſie ſei, daß ſie nicht den Anſchein gebe, als ob ſie auch im Grunde eine reformirte Kirche ſei. Das Brechen des Brodes bei der Aus⸗ theilung iſt ſo deutlich ein Kennzeichen der reformirten Kirche geworden, daß man dort, wo die Union eingeführt worden iſt und das reformirte Weſen zur Herrſchaft kam, die Hoſtien abſchaffte und das gewöhnliche Brod einführte. Damit man den Reformirten zu Gefallen leben möchte, hat man dies Zeichen dieſer gegen Gottes Willen corporirten Kirche als Stempel aufgedrückt. Der Gebrauch der Hoſtien einerſeits und das Brechen des Brodes während der Austheilung des Sacraments andrerſeits ſind kirch⸗ liche Unterſcheidungszeichen geworden. Da ſollen wir, wo es gilt, damit zu bekennen, und wo das Weglaſſen ein Verleugnen in ſich ſchließt, nicht meinen, hier könnten wir thun und laſſen, was wir wollen. Die Form des Brodes und das Miſchen des Weines iſt und bleibt ein Mittelding; aber der Gebrauch einer gewiſſen Form des Brodes oder der Gebrauch des unvermiſchten oder vermiſchten Weines iſt nicht überall ein freies Mittelding geblieben. Doch kann man nicht ſagen, daß nun die Hoſtien für die ganze lutheriſche Kirche eine Bekenntnißſache geworden wären; es kann lutheriſche Gemeinden geben, und gibt ſolche, wo man ruhig Bäckerbrod gebrauchen kann, ohne dadurch irgendwelcher Verleugnung ſich ſchuldig zu machen. Ja, es kann eine Gemeinde geben und gibt hierzulande Gemeinden, in deren Mitte man Bäcker⸗ oder Hausbrod gebraucht, um ſich von reformirten Ge⸗ meinden zu unterſcheiden, die Waffeln gebrauchen, um ſie beim Austheilen auseinander zu brechen. Hier wurde Theſis V angenommen. Theſis VI. Sofern das kirchliche Leben ſich zunächſt als das Leben der chriſtlichen Ortsgemeinde vollzieht, hat die Gemeinde bei ihren freien Anordnungen in Abſicht auf die kirchliche Praxis zunächſt ihren örtlichen Verhältniſſen und den kirchlichen In⸗ tereſſen ihrer Glieder Rechnung zu tragen. Unſer HErr Chriſtus kennt als die Kirche zunächſt die Ortsgemeinde: „Sag's der Gemeinde!“ ſpricht er und denkt dabei an die Ortsgemeinde.