# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1896_S35 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1896. 35 helfen, wo die Krankheit zu Tage getreten iſt. Da dürfen wir die gute Zuverſicht haben, daß es auch eine Arbeit ſein ſoll, die nicht vergeblich bleibt in dem HErrn. Das iſt die rechte Liebe; die wird bei uns geübt, und die ſegnet Gott, während hingegen die falſche Liebe auch auf keinen Gottesſegen Anſpruch machen kann, denn ſie iſt aus dem Fleiſche und vom Teufel, und die ſegnet das Fleiſch und der Teufel. Bleiben wir bei dem, daß wir nach Gottes Wort uns halten, an ſeine Rede in Lehre und Praxis, dann ſind wir ſeine rechten Jünger und werden die Wahrheit erkennen; ſo werden wir immer zunehmen in der Erkenntniß, und die Wahrheit wird uns recht frei machen. Dafür haben wir auch den Vorgang des Apoſtels Paulus und der andern Apoſtel. In der corinthiſchen Gemeinde ſtand es mit der Praxis gar beklagenswerth. Ach, da kamen Dinge vor, von denen man meinen ſollte, die ganze Gemeinde wäre darüber wie Ein Mann aufgeſtanden und hätte den Schandfleck von ſich gethan, den ihr der Teufel angehängt hatte. Und ſiehe da, Paulus muß ihnen erſt den Staar ſtechen! Und ferner ſtand es in Abſicht auf die löbliche Ordnung im öffentlichen Gottesdienſte in der⸗ ſelben Gemeinde traurig genug; da kamen ſehr garſtige Exceſſe vor. Aber was hören wir? St. Paulus hebt den warnenden Finger auf, ſobald er davon hört, und ſagt: Euer Ruhm iſt nicht fein; hütet euch, und denkt ja nicht, daß es dabei bleiben wird; ein wenig Sauerteig verſäuert den ganzen Teig; ihr ſeid jetzt reich in allen Stücken, aber wenn ihr auf dieſer Bahn bleibt, werdet ihr verarmen und alles verlieren. Und dann iſt er nicht da⸗ mit zufrieden, daß er's ihnen einmal geſagt hat, und überläßt ihnen nicht, ob ſie darnach handeln, ſondern er paßt auf, ob ſie dem Raum geben. Und ſiehe da, die Wirkung, die der Apoſtel mit ſeiner Warnung und Beſtrafung beabſichtigt hat, kommt; er erlebt die Freude, zu ſehen, daß die corinthiſche Gemeinde abthut, was ſie, ehe ſie darauf aufmerkſam gemacht worden, ehe ſie belehrt, ermahnt und geſtraft worden war, hatte hingehen laſſen. Und daß er darauf geachtet hat, das läßt er die Gemeinde auch erfahren, indem er gleich im zweiten Briefe ausführlich auf die Sache wieder eingeht. Gleichermaßen wo er Petrum und einen Theil der Gemeinde in Antiochien fehlen ſieht, da beredet er ſich nicht mit Fleiſch und Blut, denkt nicht: Was wird das für ein Gerede geben, wenn ich gegen Petrum auftreten werde! da wird eine Zeit kommen, wo ſie in Tübingen ſitzen und gerade daraus, daß ſie dies vernommen, Waffen ſchmieden werden gegen die Wahrheit des Evangeliums; ſie werden da einen Petrinismus und einen Paulinismus conſtruiren und mittels der hiſtoriſchen Kritik das liebe Bibelbuch kurz und klein ſchneiden; ſondern er tritt Petro unter Augen und ſtraft ihn, und ſtraft die andern, und thut, was er kann, daß dem Schaden geſteuert werde, und überläßt es ruhig Gott, was daraus werden möchte. Hierauf wurde Theſis IV angenommen.