# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1896_S34 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 34 Verhandlungen der ſechzehnten Verſammlung und ſeinen Engeln.‘ Denn viel ſind, die es wohl wiſſen heimlich, aber wollen's nicht bekennen. Viel haben's, die aber nicht daran gläuben oder darnach thun. . . . Wo du nun ſolch Wort hörſt oder ſieheſt predigen, gläuben, bekennen und darnach thun, da habe keinen Zweifel, daß ge⸗ wißlich daſelbſt ſein muß eine rechte Ecclesia sancta catholica." (V. Conc. u. Kchen.) Und ferner: „Wer ſeine Lehre, Glauben und Bekenntniß für wahr, recht und gewiß hält, der kann mit andern, ſo falſche Lehre führen oder derſelben zugethan ſind, nicht in Einem Stalle ſtehen. . . . Er liegt entweder mit den Feinden heimlich unter einer Decke, oder iſt ein Zweifler und Windfaher und will ſehen, wo es hinaus wolle, ob Chriſtus oder der Teufel obſiegen werde; oder iſt ganz und gar bei ſich ſelbſt ungewiß und nicht würdig, daß er ein Schüler, will geſchweigen ein Lehrer heißen ſolle.“ (Luther, W. XVII, 1477.) Ein ſolcher ſoll alſo nicht kommen und ſagen: Bei mir wird das Evangelium nach dem reinen Verſtande gelehrt! Der ſoll gar kein Lehrer heißen, ſagt Luther. Man ſagt ferner: Aber die Liebe müßt ihr nicht aus den Augen ſetzen; die Liebe ſollte euch bewegen, daß ihr brüderliche Geſinnung hegt, auch wo es mit der Praxis nicht richtig ſteht; wenn das Hauptſtück, die reine Lehre, da iſt, dann ſoll die Liebe der Sünden Menge zudecken. Wir antworten: Wohl, der Sünden Menge ſoll die Liebe zudecken, aber ſie ſoll nicht die Sünde mehren, und inſonderheit darf man nicht aus Liebe ſündigen. Selbſt dem Schwachen darf man nicht ſo nachgeben, daß man ſich ſelber dabei einer Sünde ſchuldig macht, z. B. der Sünde der Verleugnung. Wir dürfen nicht am Ende uns aus der Liebe ein Faulkiſſen machen, weil wir den Kampf und Streit fürchten und ſcheuen, ſondern wir müſſen die Liebe ſo walten laſſen, wie man ſie an einem Kranken walten laſſen ſoll. Den lügt man nicht über ſeinen Zuſtand hinweg; das wäre nicht rechte Liebe. Den täuſcht man nicht, indem man ihn behandelt, als fehle ihm nichts oder doch nicht viel, und es ſei nicht eben gefährlich, woran er krankt; ſondern man hilft ihm, indem man ihn in die Kur nimmt. Man ſagt ihm, daß er krank iſt, und weiſt ihn hin zu dem Arzt, der auch ihn heilen will und kann. Man gibt ihm Medicin ein, die ihm vielleicht zur Zeit bitter iſt, aber von der wir wiſſen, er muß ſie haben, wenn er geneſen ſoll. Das iſt die rechte Liebe, bei einem Kranken angewendet; wenn er geſund iſt, dann müßten wir Thoren ſein, wenn wir ihm noch mit den Pillen kommen wollten. So iſt auch hier keine Gefahr, wenn wir die rechte Liebe beweiſen und den Kranken mit Gottes Wort in die Kur nehmen; dann wird wenigſtens hie und da die Wirkung ſich zeigen. Das Zeugniß gegen die Generalſynode und das General Council iſt nicht unfruchtbar geweſen. Da laſſen ſich Gemeinden aufführen, an denen ſich dies Zeugniß als ein Zeugniß der Wahrheit mit göttlicher Kraft bewährt hat. Und in unſerer eigenen Mitte wenden wir dasſelbe Mittel an, das Gott zu dieſem Zwecke gegeben hat, und laſſen die Liebe walten und ſind bereit und flugs bei der Hand zu