# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1896_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1896. 33 Wahrheit, darnach ſich jeder im Glauben und Leben zu richten und zu halten habe, vortragen, ſo daß, wer das, was ihr predigt, nicht glauben will, verdammt wird, und daß der, welcher das, was ihr predigt, nicht hält und nicht befolgt, auf verkehrtem Wege geht, bis er ſagen kann, er halte ſich nach den Worten der Predigt, die er gehört hat. Das Evangelium nach reinem Verſtande predigen heißt alſo nicht nur, die reine Lehre, ſoweit ſie Lehre iſt, vortragen, ſondern ſie als die aller Menſchen Gewiſſen verbindende Lehre der göttlichen Wahrheit vortragen, außer und neben der es keine an⸗ dere Wahrheit gibt, und durch die alles verworfen iſt, das nicht mit dieſer Lehre ſtimmt. Darauf prüfe man das Council, ob da das Evangelium nach reinem Verſtande einträchtiglich gepredigt wird. Wo das Evange⸗ lium in reinem Verſtande gepredigt wird, da leidet es keine andere Lehre neben ſich. Das Evangelium iſt in dieſer Hinſicht durchaus intolerant. In der Welt, ja, da ſollen Unkraut und Weizen neben einander und durch einander bleiben; aber in der Kirche ſoll das Evangelium allein gelten, ſoll Gottes Wort nicht an erſter, ſondern an einziger Stelle das Normgebende ſein, ſobald es das Gewiſſen verbinden ſoll. Und wie kann derjenige, welcher ſo das Evangelium nach reinem Verſtande predigt, auch nur den Schein geben wollen, oder auch nur im Stande ſein, den Schein zu geben, als hätte eine andere Norm mit anderer Lehre dieſelbe Geltung wie die reine Lehre des Wortes und Bekenntniſſes? Und dieſer Schein wird im General Council gegeben, und nachdem man es ihnen wer weiß wie oft geſagt hat, fahren ſie immer wieder fort und machen ſich auch ungöttlicher, verleug⸗ neriſcher Kanzelgemeinſchaft mit Falſchgläubigen ſchuldig. Dazu kommt, daß zur rechten, wahren Einigkeit der Kirche auch dies gehört, daß die Sacramente nach dem göttlichen Worte und ihm gemäß gereicht werden. Das geſchieht aber nicht, wenn man es denen reicht, mit denen man nicht eines Glaubens und Bekenntniſſes iſt, ſo gewiß die Gemeinſchaft des Altars ein Bekenntniß nicht nur iſt, ſondern nach Gottes Wort auch ſein ſoll. Ferner ſagt der ſiebente Artikel der Augsburgiſchen Confeſſion keines⸗ wegs: Denn es iſt . . . nicht noth, daß es auch mit der Praxis richtig ſteht, ſoweit ſie in Gottes Wort normirt iſt. Der Gegenſatz iſt nicht der zwiſchen Lehre und Praxis, ſondern zwiſchen dem, was Gottes Wort ſetzt und ſagt, und dem, was Menſchen ſagen und ſetzen. Denn der Artikel fährt fort: „Und iſt nicht noth zur wahren Einigkeit der Kirchen, daß allenthalben gleich⸗ förmige Ceremonien, von den Menſchen eingeſetzt, gehalten werden.“ So ſchreibt denn auch Luther: „Wir reden aber von dem äußerlichen Wort durch Menſchen, als durch dich und mich, mündlich geprediget. Denn ſolches hat Chriſtus hinter ſich gelaſſen als ein äußerlich Zeichen, dabei man ſollte erkennen ſeine Kirche oder ſein heilig, chriſtlich Volk in der Welt. Auch reden wir von ſolchem mündlichen Wort, da es mit Ernſt gegläubet und öffentlich bekannt wird vor der Welt, wie er ſpricht Matth. 10. Marc. 8: ‚Wer mich bekennet vor den Leuten, den will ich bekennen vor meinem Vater